«+41» / TeleZüri

Videoreportage
Von der Schweiz über Borneo nach Tansania: Dieser Schweizer Arzt rettet Leben in Ostafrika

Im Arbeitsalltag von Arzt Martin Rohacek ist der Tod allgegenwärtig. Er hat die Notfallstation des Schweizer Tropeninstituts in Ifakara aufgebaut und bildet dort tansanische Ärzte und Pfleger aus. Für ihn trotz oder gerade wegen der vielen Extremsituationen eine Erfüllung.

Drucken
Teilen

Etwa drei Mal pro Woche käme der Leichenwagen in die Notfallstation. «Aber man stumpft nicht ab», sagt der Leitende Arzt gegenüber dem Reportagemagazin «+41». Martin Rohacek arbeitet für das Schweizer Tropeninstitut am Ifakara Health Institute in Tansania - seit 60 Jahren eines der renommiertesten Institute in ganz Afrika. Rohacek hat dort die Notfallstation aufgebaut und lernt heute lokale Ärzte an. «Tägliches Training am Patienten ist das Wichtigste», sagt er. «Das motiviert.»

Tod und schwere Krankheitsverläufe gehören dort allerdings zu seinem Arbeitsalltag. Während der Dreharbeiten von «+41» etwa, muss er sich um die Lungenentzündung eines kleinen jungen kümmern, der erst nach drei Tagen Fieber in die Station gebracht wurde. «Wenn man zu lange wartet, hat man keine Chance mehr, das Kind zu retten.» Glücklicherweise jedoch spricht das Kind auf die Antibiotikabehandlung an und spielt wieder fröhlich herum. Für solche Momente sei er hier. «Man kann mit wenig Geld sehr vielen Leuten helfen», sagt der Arzt.

Seit über 20 Jahren ist er Doktor für innere Medizin und sammelte bereits einschneidende Auslandserfahrungen im Dschungel von Borneo. Wochenlang sei er mit einem Team durch den Wald gewandert und habe das dort heimische Volk behandelt. Dabei habe er gemerkt, dass das Anlernen von Einheimischen gut funktioniert. Das setzt er nun in Ifakara um - in seiner neuen Heimat. «Beide Welten fühlen sich vertraut an», sagt er im Bezug zur Schweiz. Heimweh habe er keines. Höchstens nach seiner Frau, die jeweils mehrere Monate in Basel verbringe. (gue)

Aktuelle Nachrichten