Busswil bei Melchnau
Zweites grosses Solarprojekt des Wärmeverbundes Sagiweg in kurzer Zeit

Es heisse zwar überall, der Fukushima-Effekt sei abgeklungen, sagt Hans Duppenthaler, der im neu gebauten Kuhstall der Familie Schnyder im Gjuch in Busswil steht. «Aber hier haben wir realisiert, wie viel Energie man aus der Sonne gewinnen kann.»

Christoph Neuenschwander
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Auf 915 Quadratmetern produzieren die Solarpanels auf dem Stall im Gjuch künftig 118000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. cnd

Auf 915 Quadratmetern produzieren die Solarpanels auf dem Stall im Gjuch künftig 118000 Kilowattstunden Energie pro Jahr. cnd

Hier, das ist nicht nur in Busswil, sondern vor allem auch in Melchnau. Denn die Fotovoltaikanlage mit einer Fläche von 915 Quadratmetern, die auf dem Dach des Stalls installiert und gestern eingeweiht wurde, ist primär ein Projekt des Wärmeverbundes Sagiweg aus Melchnau. Dort haben Kurt Baumann, Hans Duppenthaler, Peter Leuenberger und Werner Widmer bereits im Frühling 2010 auf ihrem gemeinsamen Stall eine Solaranlage bauen lassen. Und damit sehr gute Erfahrungen gemacht (vergleiche Kontext).

Geeignetes Dach für Solaranlage

Als die vier Landwirte und Initianten des Wärmeverbundes gesehen haben, wie gross der Stall auf dem benachbarten Hügel in Busswil wird – und wie gut sich die nach Süden ausgerichtete Dachhälfte zur umweltfreundlichen Stromproduktion eignen würde – haben sie sich für den Bau einer Solaranlage engagiert. Mit der Idee geliebäugelt hatte Johann Schnyder ohnehin schon. Nur hatten dafür die finanziellen Mittel gefehlt. Die Finanzierung konnte man schliesslich über den Wärmeverbund Sagiweg regeln, welcher kurzerhand Schnyders Dach mietete.

Diese Entschlossenheit sei denn auch das, was für die Förderung von erneuerbaren Energien nötig sei, lobte Eugen Koller vom Generalunternehmen für nachhaltige Energieprojekte (Gunep) aus Etzelkofen, welches das Projekt geplant hatte. Eine Anlage letztlich auf ein Dach zu montieren, sei technisch nicht anspruchsvoll. «Es braucht einfach initiative Leute, die nach vorne blicken.»

Beim Projekt auf dem Kuhstall der Familie Schnyder sei man sehr speditiv vorgegangen. Innerhalb von drei Monaten haben die Landwirte praktisch alles selber montiert. Nur die Kabel seien von einem Elektriker angeschlossen worden. Nun sind die 540 Module auf dem Dach bereit, ihre Spitzenleistung von 124 Kilowatt zu erbringen. Im Moment darf jedoch nicht die gesamte Leistung eingespeist werden. Die «onyx» muss erst noch das Netz verstärken, sprich das vorhandene Kabel austauschen, wie Koller erläutert.

Schlussendlich wird die Anlage in Busswil etwa 40 Haushalte mit Strom versorgen können und jährlich 118000 Kilowattstunden Energie produzieren. Das sei aber eine vorsichtige Schätzung, versichert Koller. Die Erfahrung habe gezeigt, dass die Anlagen tatsächlich oft mehr Strom erzeugen als ursprünglich angenommen.