Zürcher Weinlese 2012
Zürcher Weinlese 2012: Qualität gut, Menge durchschnittlich

Auf das hervorragende Weinjahr 2011 folgt im Kanton Zürich 2012 voraussichtlich ein ordentliches. Die Qualität der Trauben sei überraschend gut, die Menge allerdings nur knapp durchschnittlich. Pflanzenkrankheiten aller Art waren ein Problem.

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Das Weinjahr 2012 ist im Kanton Zürich überraschend gut. (Symbolbild)

Das Weinjahr 2012 ist im Kanton Zürich überraschend gut. (Symbolbild)

Schweiz am Sonntag

Der Zürcher Rebbaukommissär Andreas Wirth erwartet einen Weinertrag von höchstens 3 Millionen Liter. Damit würden die Erwartungen nicht ganz erfüllt. Letztes Jahr wurden über 3,5 Millionen Liter gemessen.

Der Grossteil der weissen Trauben aus den Zürcher Rebbergen sind bereits gelesen und in den Kellern. Das Mostgewicht, ein wichtiges Qualitätskriterium von Wein, liegt nach Auskunft von Wirth bei der Hauptsorte Riesling-Silvaner knapp unter oder über 80 Öchslegraden.

Eine gewisse Nervosität bei den Winzern gibt es gegenwärtig wegen der wichtigsten Rotwein-Rebsorte, dem Blauburgunder. Dringend nötig für einen guten 2012er sind noch ein paar trockene Tage. Die Trauben müssen im richtigen Moment geernet werden, ideal sei Sonnenschein.

Aber allzu lang zuwarten können die bereitstehenden Lese-Equipen auch nicht, da bei anhaltend nassem Wetter Fäulnis droht. An einem schönen Wümmettag können gemäss Schätzung des Rebbaukommissärs zwischen 1500 und 2000 Personen im Einsatz sein.

Vom Hagel verschont

Die Blauburgunder-Lese hat erst an einzelnen Orten begonnen. In der zweiten Hälfte Oktober sollte sie weitgehend abgeschlossen sein. Laut Wirth haben Probewägungen einen guten Öchslewert von gegen 90 ergeben.

Angesichts verbreitet auftretender Pflanzenkrankheiten rechneten die Fachleute im Laufe des Jahres mit einem kritischen Weinjahr. Für die Weinbauern war die Behandlung der Pflanzen laut Wirth sehr anspruchsvoll. Schliesslich sei nun die Qualität in Ordnung, sagte der Rebbaukommissär.

Von verheerenden Hagelschäden sind die Zürcher Rebberge in diesem Jahr verschont geblieben. Es gab einzig einige lokal begrenzte Ereignisse.

Im Kanton Zürich gibt es etwa 80 grosse Winzerbetriebe, die rund die Hälfte der Rebbaufläche von etwa 613 Hektaren bewirtschaften. Die Zahl der Rebbauern ging laut Wirth in den letzten Jahren sukzessive leicht zurück. Allerdings nimmt die Zahl der Hobbywinzer zu. Die Fläche, die pro Winzer bewirtschaftet wird, erhöhte sich in den letzten zehn Jahren von 80 auf 93 Aren.