Asylunterkunft
Zürcher Regierungsrat stoppt Planung von Asylunterkunft in Eglisau

Auf die geplante Asylunterkunft in Eglisau wird vorerst verzichtet. Der Zürcher Regierungsrat will das Projekt im Moment nicht weiterverfolgen. Ein jahrelanger Konflikt findet damit vorläufig ein Ende.

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Blick auf Eglisau

Blick auf Eglisau

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Zuletzt hatte Eglisau den Regierungsrat mit einer Petition aufgefordert, auf die Asylunterkunft mit 120 Plätzen zu verzichten. Das Projekt werde zurzeit nicht weiterverfolgt, bestätigte Urs Grob, Sprecher der Sicherheitsdirektion, am Mittwoch eine Meldung von «Radio 24» bestätigte.

In der im Internet veröffentlichten Petitionsantwort werden als Gründe einerseits die Kosten, andererseits aber auch der momentanen Stand der Asylpolitik auf Bundesebene genannt. Der Bund plane etwa, die Asylverfahren zu beschleunigen und Personen, die rasch zurückgeführt werden sollen, nicht auf die Kantone zu verteilen.

Dies schaffe Unsicherheiten hinsichtlich der langfristig benötigten kantonalen Unterkunftskapazitäten, schreibt der Regierungsrat. Deshalb dränge sich ein Stopp des für eine langfristige Nutzung konzipierten Projekts in Eglisau auf.

«Würden Personen mit Nichteintretens-Entscheid direkt in den Herkunftsstaat oder einen anderen Dublin-Staat zurückgeführt, gäbe das für die Kantone eine erhebliche Entlastung», sagte Direktionssprecher Grob zur sda.

Der Kanton behalte sich aber ausdrücklich vor, auf das Projekt zurückzukommen. «Wenn sich die Ausgangslage wieder ändert, und der Druck auf die Kantone zunimmt, haben wir das Projekt in der Schublade», sagte Grob.

Überarbeitetes Projekt zu teuer

Die momentane Finanzlage des Kantons hätte zudem eine Realisierung des aktuellen Projekt im Moment sowieso nicht zugelassen, wie es in der Antwort weiter heisst. Das urprüngliche Projekt musste aufgrund des Widerstands aus der Gemeinde angepasst werden.

«Die Baubewilligung scheiterte am mangelnden Bezug zur baulichen und landschaftlichen Umgebung», schreibt der Regierungsrat. Das Zentrum war mitten in einem Wohngebiet geplant und auch seine äussere Erscheinung stiess auf grossen Widerstand. Der Kanton hatte eine Container-Anlage vorgesehen.

Eglisau hatte sich dagegen gewehrt und argumentiert, das Projekt sei optisch nicht befriedigend. Das Verwaltungsgericht gab der Gemeinde Recht und das Projekt musste überarbeitet werden. Das Siegerprojekt aus einem Wettbewerb war dem Kanton nun aber zu teuer.