Schwarzwild
Zürcher Kantonsrat will Nachtzielgeräte für die Wildschweinjagd

Schwarzwildjäger sollen im Kanton Zürich künftig auch Nachtzielgeräte einsetzen dürfen. Der Kantonsrat hat am Montag ein Postulat von EDU und FDP mit 84 zu 71 Stimmen überwiesen. Regierungsrat Markus Kägi sprach sich gegen den Vorstoss aus.

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Nachtzielgeräte bei der Wildschweinjagd: «Stressfreiere Jagd für Jäger und Tier» oder «unfaires Hilfsmittel»?

Nachtzielgeräte bei der Wildschweinjagd: «Stressfreiere Jagd für Jäger und Tier» oder «unfaires Hilfsmittel»?

Keystone

"Die von Wildschweinen verursachten landwirtschaftlichen Schäden werden immer umfangreicher", sagte Michael Welz (EDU, Oberembrach). Da Schwarzwild vor allem in der Dunkelheit aktiv sei, sollten Jäger auf Gesuch hin ein Nachtzielgerät benutzen dürfen. Diese Geräte seien ein "tierschutzgerechtes Hilfsmittel".

So führen Nachtzielgeräte laut Welz zu einer "stressfreieren Jagd für Jäger und Tier". Da die Treffsicherheit zunehme, seien Streifschüsse seltener. Entsprechende Geräte würden heute bereits in mehreren Kantonen eingesetzt.

An die Adresse von Regierungsrat Markus Kägi sagte Martin Farner (FDP, Oberstammheim): "Du bist der Obelix unter den Wildschweinjägern." Doch nicht alle kämen mit zwei Wildschweinen von der Jagd nach Hause. Für diese machten die Nachtzielgeräte Sinn. Zudem könne so die Zahl der Fehlabschüsse reduziert werden.

Nebst FDP und EDU unterstützten SVP, CVP sowie ein Teil der Grünen das Anliegen der Postulanten. SP, GLP, BDP und EVP lehnten den Vorstoss ab. Dass die Entscheidung nicht allen leicht fiel, zeigt die ungewohnt hohe Zahl von 14 Enthaltungen, die meisten davon in den Reihen der SVP.

BDP will den "fairen Kampf - Mann gegen Sau"

Peter Ritschard (EVP, Zürich) bezeichnete das Nachtzielgerät als "unfaires Hilfsmittel". Die freie Natur dürfe nicht in ein Schlachthaus verwandelt werden. Ritschard äusserte die Befürchtung, dass als nächstes dann möglicherweise der Drohneneinsatz gegen Wildschweine gefordert werde.

Auch Rico Brazerol (BDP, Horgen) stellte sich aus "jagdethischen Gründen" gegen den Vorstoss. "Wir sind für einen fairen Kampf - Mann gegen Sau", sagte er.

Der Jagdauftrag sei unbestritten, erklärte Peter Stutz (SP, Embrach). Stein des Anstosses sei das Mass. "Wir wünschen Waidmannsheil, aber ohne Nachtzielgeräte."

Regierungsrat Kägi erinnerte daran, dass Nachtzielgeräte ursprünglich als Kampfmittel entwickelt wurden und bis heute dem Kriegsmaterialgesetz unterstehen. Die Geräte seien grundsätzlich verboten und nur ausnahmsweise zulässig. Und wenn man eine Kaufbewilligung in der Tasche habe, heisse dies noch lange nicht, dass man das Gerät auch benützen dürfe.

Der Kanton Zürich habe schon viele Verbesserungen vorgenommen. So habe man unter anderem die Schonzeit verkürzt, den Schutz für Frischlinge aufgehoben sowie die Nacht- und Sonntagsjagd erlaubt. Dass die Jäger im Kanton Zürich ihren Auftrag erfüllten, zeige die rekordhohe Abschusszahl im zu Ende gehenden Jagdjahr. Bisher seien 1468 Tiere erlegt worden, sagte Kägi.

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