Öffentlicher Verkehr
Zürcher Kantonsrat fordert Einführung eines «ZVV-Abo-light»

Mit einem neuen vergünstigten «ZVV-Abo-light» soll die Auslastung von Bussen und Zügen im Kanton Zürich während der Randzeiten verbessert werden. Der Kantonsrat hat am Montag ein entsprechendes Postulat von SP, CVP und EVP mit 90 zu 72 Stimmen unterstützt.

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Billett-Automat ZVV

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Limmattaler Zeitung

Das geforderte «ZVV-Abo-light» müsste nach Ansicht der Postulanten mit Sperrzeiten während der morgendlichen und abendlichen Spitzenzeiten versehen sein. Nicht gültig wäre es demnach werktags zwischen 7 und 8.30 Uhr sowie zwischen 17 und 19 Uhr.

Nebst SP, CVP und EVP stimmten auch die FDP, die Grünen sowie ein Teil der Grünliberalen für den Vorstoss. SVP, BDP und EDU lehnten ihn ab.

Nachfrage steuern

Der Vorstoss war bereits Ende 2008 eingereicht worden mit der Idee, das neue Abo versuchsweise auf die Eröffnung der Westumfahrung im November 2009 hin einzuführen. «Wir wollten einen Anreiz zum Umstieg auf den öffentlichen Verkehr schaffen», sagte Monika Spring (SP, Zürich).

Die Einführung des 9-Uhr-Passes habe zwar zu einer leichten Entlastung am Morgen, nicht aber in den abendlichen Spitzenstunden geführt, stellte Spring fest. Weitere tarifliche Anreize seien darum nötig.

Der Preis sei das beste Mittel, um die Nachfrage zu steuern, ergänzte Josef Wiederkehr (CVP, Dietikon). Das «ZVV-Abo-light» müsse günstiger sein als der 9-Uhr-Pass. Damit werde der Anreiz grösser, die Hauptverkehrsströme zu meiden.

Die Grünliberalen waren in dieser Frage gespalten, wie Benno Scherrer (Uster) sagte. Einige zweifelten an der Wirksamkeit des geforderten Abos, andere vertraten die Meinung, man müsse an der einfachen Tarifstruktur des Schweizer Bahnnetzes festhalten.

Gegen Eingriff in «operative Aufgaben»

Weil viele Angestellte an fixe Arbeitszeiten gebunden seien, könnten sie von einem solchen Abo gar nicht profitieren, sagte Hanspeter Haug (SVP, Weiningen). Der Vorschlag der Postulanten entspreche in etwa dem 9-Uhr-Pass. Dieser habe allerdings den Vorteil, dass er nicht an Sperrzeiten gebunden sei.

Lorenz Habicher (SVP, Zürich) warnte davor, in die «operativen Aufgaben» des ZVV einzugreifen. Dieser mache eine «sehr gute Tarifpolitik». Zudem passe er das Angebot stets der Nachfrage an. So würden während der Spitzenzeiten beispielsweise zusätzliche Zugskompositionen eingesetzt.

Gegen die Überweisung sprach sich auch Volkswirtschaftsdirektor Ernst Stocker (SVP) aus. Die Herausforderungen seien gross und verlangten grosse Anstrengungen, räumte er ein. Es sei aber nicht nötig, den ZVV zu beauftragen, sich dazu Gedanken zu machen. «Der ZVV ist am Ball - auch ohne dieses Postulat».

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