Energetische Umbauten
Zürcher Kantonsrat baut Bürokratie-Hürden ab

So einig ist man sich im Zürcher Kantonsrat selten: Ohne Gegenstimme hat das Parlament am Montag die FDP-Initiative «Umweltschutz statt Vorschriften» unterstützt. Die Volksabstimmung wird damit überflüssig.

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Blick in den Zürcher Kantonsrat (Archiv)

Blick in den Zürcher Kantonsrat (Archiv)

Keystone

Es sei «ein guter Tag für die Umwelt», fanden viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier von links bis rechts. Die Vorlage, die auch vom Regierungsrat unterstützt wird, baut mehrere bürokratische Hürden ab, die Hausbesitzern bei energetischen Sanierungen bisher in den Weg gestellt wurden.

Fakultatives Referendum möglich

Neu unterstehen Energie-Sanierungen nur noch dem Anzeigeverfahren. Das heisst, die Projekte werden nicht mehr ausgesteckt und während vier bis fünf Monaten behandelt, sondern nur noch während 30 Tagen von der Gemeinde geprüft.

Solaranlagen werden zudem grundsätzlich überall bewilligt, sofern durch die Bauten keine «übergeordneten Interessen» tangiert werden, also etwa der Heimatschutz etwas dagegen einzuwenden hat.

Hausbesitzer dürfen neu auch ihre Bauten mit einer Wärmedämmung versehen, auch wenn dadurch die geforderten Abstände zu den Nachbarn unterschritten werden. Diese haben künftig keine Möglichkeit mehr, sich gegen die Sanierungen zu wehren. Sofern gegen die Vorlage nicht das fakultative Referendum ergriffen wird, treten die Änderungen in Kraft.