Bildung
Zürcher Gemeinden sollen Gymi-Vorbereitungskurse anbieten

An der Zürcher Volksschule soll es für Sechstklässler sowie Zweit-Sek-Schüler Vorbereitungskurse auf die Gymiaufnahmeprüfung geben. Die Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats befürwortet die Einführung der Kurse mehrheitlich.

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Für Sechstklässler sowie Zweit-Sek-Schüler soll es in Zürich Vorbereitungskurse auf die Gymiaufnahmeprüfung geben.

Für Sechstklässler sowie Zweit-Sek-Schüler soll es in Zürich Vorbereitungskurse auf die Gymiaufnahmeprüfung geben.

Keystone

Sie unterstützt die vom Regierungsrat beantragte Änderung des Volksschulgesetzes, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Die Kommission sieht die Kurse als Beitrag zur Chancengleichheit. Die Prüfungsvorbereitungskurse sollen im ersten Semester der 6. Klasse der Primarstufe und der 2. Klasse der Sekundarstufe angeboten werden.

Die Chancenungleichheiten beim Übertritt in die Gymnasien seien bekannt und nachweisbar, heisst es in der Mitteilung. Die Vorbereitungskurse von privaten Anbietern fänden heute regen Zulauf.

Damit seien aber die Bildungschancen abhängig vom Portemonnaie der Eltern. Zu den Grundsätzen der Volksschule gehöre es aber, dass jedes Kind nach seinen Fähigkeiten gefördert wird, schreibt die Kommission.

Gymi-Vorbereitungskurse in der Verwantwortung der Schulpflege sind nach Ansicht der Kommissionsmehrheit ein geeignetes Mittel, um den ungleich langen Spiessen zwischen Kindern aus unterschiedlichen Elternhäusern wenigstens teilweise zu begegnen. Mit der Gesetzesänderung sollen die Gemeinden dazu verpflichtet werden, bei Bedarf Vorbereitungskurse durchzuführen.

SVP lehnt Kurse ab

Einen Nichteintretensantrag stellen die SVP-Mitglieder der Kommission. Ihrer Ansicht nach gibt es keinen Handlungsbedarf des Staates. Die Kurse seien blosse Symptombekämpfung. Der eigentliche Prüfstein sei nicht die Aufnahmeprüfung, sondern die Probezeit.

Ausserdem solle der Trend zum Gymnasium nicht weiter gefördert werden. Mit den Berufslehren bestünden «Alternativen von hoher Qualität mit interessanten Berufsperspektiven», heisst es in der Mitteilung.

Weitere Minderheitsanträge gibt es zu den Details der Gesetzesänderung. So wird von SP-Seite gefordert, dass der Bildungsrat Qualitätsvorgaben für die Kurse erlässt. Eine Minderheit von CVP, SVP, FDP und EDU will den Gemeinden ermöglichen, von den Eltern Kostenbeiträge für diese Kurse zu verlangen.