Arbeitsmarkt
Zürcher Arbeitsmarkt wächst vor allem für Führungskräfte aus der EU

Der wirtschaftliche Strukturwandel und die Personenfreizügigkeit haben die Zuwanderung von Arbeitskräften in den Kanton Zürich stark verändert. Gefragt sind Führungskräfte und Akademiker aus der EU, zeigt eine Studie des Statistischen Amtes.

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Führungskräfte und Akademiker aus der EU sind auf dem Zürcher Abreistmarkt gefragt. (Symbolbild)

Führungskräfte und Akademiker aus der EU sind auf dem Zürcher Abreistmarkt gefragt. (Symbolbild)

Keystone

Zwischen 2003 und 2011 stieg die Zahl der Erwerbstätigen im Kanton Zürich um 76'000 auf 672'000, wie aus der am Dienstag veröffentlichten Studie hervorgeht. Die Zahl der Schweizer Erwerbstätigen im Alter von 25 bis 64 Jahren nahm um 6 Prozent auf 486'000 zu.

Deutlich stärker stieg in diesem Zeitraum die Zahl der ausländischen Arbeitnehmenden, nämlich um 35 Prozent auf 186'000. Besonders stark war das Wachstum mit 5,7 Prozent bei den EU-Staatsbürgern: Aus dem Nord-EU-Raum betrug das Wachstum gar 9,3 Prozent pro Jahr.

Stagniert hat dagegen die Zahl der Erwerbstätigen aus dem Süd-EU-Raum, wie etwa Portugal, Spanien, Griechenland oder Italien. Diese Entwicklung widerspiegle die neue Zuwanderungspolitik und die veränderte Rekrutierungspraxis der Unternehmen, schreibt das Statistische Amt.

Immer mehr Akademiker

EU-Staatsangehörige fanden in den letzten Jahren vorwiegend in Berufsgruppen zusätzliche Beschäftigung, in denen auch die einheimische Bevölkerung Beschäftigungsgewinne erzielte. Dies trifft im Kanton Zürich ganz besonders auf Führungskräfte, akademische Berufe sowie Techniker und gleichrangige Berufe zu.

Kaum mehr Arbeitskräfte aus dem EU-Raum gab es dagegen in Berufsgruppen mit eher geringer Qualifikation.

Verändert hat sich damit auch der Qualifikationsmix: Der Anteil der Hochqualifizierten an allen Erwerbstätigen stieg seit 1991 von 27 auf 44 Prozent. Laut der Studie hat der Trend zur Einwanderung von hochqualifizierten Arbeitskräften bereits vor 2003 eingesetzt, sich aber mit dem Inkrafttreten des Personenfreizügigkeitsabkommens nochmals verstärkt.

Qualifikationsniveau variiert

Besass 2003 jeder dritte ausländische Erwerbstätige einen Abschluss auf Tertiärstufe, waren es 2011 bereits 46 Prozent. Damit ist der Anteil der Hochqualifizierten bei der ausländischen Bevölkerung höher als bei den Schweizern mit 44 Prozent.

Das Qualifikationsniveau variiert aber stark nach geografischer Herkunft. Den höchsten Anteil an Ausgebildeten auf Tertiärstufe hatten mit 71 Prozent die Erwerbstätigen aus dem Nord-EU-Raum, also etwa Deutschland, Finnland, Frankreich, Schweden oder Österreich.