Wiler b. U.
Zum Geburtstag bekommt Wiler das Energielabel

Nächstes Wochenende gratuliert die Gemeinde Wiler sich selber zum 750-jährigen Bestehen und lädt alle dazu ein.Total 37500 Franken hat die Gemeinde für die feierlichkeiten bereitgestellt.

Andrea Marthaler
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Gemeindepräsident Ulrich Schwaller freut sich auf die Festivitäten vom kommenden Wochenende. ama

Gemeindepräsident Ulrich Schwaller freut sich auf die Festivitäten vom kommenden Wochenende. ama

Solothurner Zeitung

Mindestens 750 Jahre gibt es den Ort Wiler schon – aus dem Jahr 1261 stammt zumindest das erste amtliche Dokument, in dem Wiler erwähnt wird. Für Ulrich Schwaller, Gemeindepräsident und OK-Präsident des Fest-Komitees ist dies ein Grund zum Feiern. «Wir haben zwar nicht vertieft in den Archiven geforstet, doch für uns gilt das Jahr 1261.» Zwar gäbe es noch ein zweites wichtiges Jahr für die Gemeinde – 1754, als Wiler als Gemeinde selbstständig wurde –, doch als sich dieses Ereignis 2004 zum 250-mal jährte, hat man auf ein Fest verzichtet. «Den Grund dafür weiss ich nicht mehr», so Schwaller heute.

Eines ist klar, 750 Jahre klingt besser als 250; und da die Gemeinde exakt für jedes Jahr 50 Franken aus der Gemeindekasse beisteuert, kommt auch ein grösserer Betrag für die Festivitäten zusammen. Total 37500 Franken hat die Gemeinde für die 750-Jahr-Feier bereitgestellt. «Dieser Betrag sollte für die Grundkosten reichen, wir machen sicher kein Defizit», betont Schwaller. Der Erlös aus dem Dorffest fliesst aber nicht wieder in die Gemeindekasse. Stattdessen wird der Gewinn wie schon beim Dorffest 2005 dem Verkehrs- und Verschönerungsverein für den Unterhalt des Schwimmbades zugute kommen. Jedoch nicht der ganze Betrag: Die Hälfte der Einnahmen dürfen die Vereine dieses Mal selber behalten und damit ihre Vereinskassen aufbessern.

Ein Festtag nur für die Wiler

Eigentlich sei das Jubiläumsfest ein ganz normales Dorffest, das in Wiler alle paar Jahre veranstaltet wird, betont Schwaller. Allerdings etwas grösser. Dazu gehört insbesondere, dass am Donnerstagabend Peach Weber auftreten wird. Am Samstag werden zudem die «Vierstern Ämmitaler» für Unterhaltung sorgen. Dies ist auch für Schwaller etwas Besonderes: «Solche grosse Namen hatten wir bei uns in anderen Jahren nicht.»

Speziell wird in diesem Jahr auch der Festsonntag am 31. Juli sein, an dem Wiler zugleich den nationalen Geburtstag feiert. «Wir haben das Datum extra so gewählt, um die beiden Feiern zu verbinden», sagt Schwaller, «ökonomisch, zum Beispiel aufgrund der Infrastruktur, ist das ideal.» Der Sonntag ist aber anders als die anderen Festtage ganz für die Bevölkerung von Wiler reserviert. Er ist geprägt vom offiziellen Festakt und den Ansprachen. Traditionsgemäss wird die Gemeinde Wiler ihren Einwohnern das Znacht offerieren, bevor das 1. August-Feuer entzündet wird.

Plauschwettkampf der Gemeinden

Wie in anderen Jahren messen sich auch in diesem Jahr die Gemeinderäte von Wiler mit jenen der umliegenden Gemeinde. Dieses Mal beim Plauschparcours, der vom Samariter- und Volleyballverein aufgebaut wird. «Wir wissen nicht, welche Disziplinen gefordert sind, darum können wir nicht trainieren», sagt Schwaller. Dies sei aber auch gar nicht nötig: «Das Mitmachen steht vor dem Rang.»

Anders als früher, als Wiler unter der Herrschaft der Herren von Utzenstorf war, gebe es unter den vier Dörfern der Unteren Emme keine Rivalitäten mehr. «Wir blicken nicht zurück auf die Geschichte, sondern in die Zukunft. Und da steht eine gute Zusammenarbeit im Vordergrund», bekräftigt Schwaller. Darum spiele es auch keine Rolle, wer im Wettkampf obenaus schwingt.

Wiler wird zur «Energiestadt»

Obenaus schwingt die Gemeinde Wiler allerdings beim Thema Energie: Am Samstagabend wird offiziell das Label «Energiestadt» übergeben, als 21er Gemeinde im Kanton. «Wir sind damit die kleinste Gemeinde im Kanton mit diesem Label», freut sich Schwaller. Nachdem die Forderungen des Berner Energieabkommens erfüllt waren, habe man sich die Frage gestellt, wie es weitergeht. «Als Milizbehörde war es ein grosser Aufwand, die Massnahmen zur Energiestadt in die Wege zu leiten», erklärt Schwaller. Trotzdem habe man es gewagt – und reüssiert. Besonders erwähnenswert ist der neue Unterstützungsfonds mit jährlich 30000 Franken für bauliche Massnahmen wie beispielsweise neue Fenster oder Solarzellen. Damit kommt exakt jener Beitrag den engagierten Einwohnern zugute, den die Onyx an die Gemeinde rückerstattet, weil sie kein eigenes Stromnetz betreibt.

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