Ratgeber Gesundheit
Zuerst Brustkrebs, dann Struma

Zur Nachkontrolle von Brustkrebs musste ich (48) mich einem PET-CT unterziehen. Dabei wurde eine Struma festgestellt. Eine Untersuchung beim Spezialarzt steht nun bevor. Ich habe gelesen, dass eine Behandlung einer Schilddrüsenvergrössernung mit Jodatabletten oder evtl. zusätzlich mit Schilddrüsenhormonen erfolgt. Dürfte eine Hormonbehandlungbei überstandenem Brustkrebs überhaupt gemacht werden? Ich habe da etwas Bedenken, muss man mit Hormonen bei dieser Vorgeschichte doch vorsichtig sein.

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Gesundheit Aargau
Dr. med Katja Hoskin Oberärztin i. V. Allgemeine Innere und Notfallmedizin Kantonsspital Aarau (KSA)

Dr. med Katja Hoskin Oberärztin i. V. Allgemeine Innere und Notfallmedizin Kantonsspital Aarau (KSA)

Gesundheit Aargau

Eine Struma, auch Kropf genannt, ist eine Vergrösserung der Schilddrüse. Diese kann entweder gesamthaft vergrössert sein oder aber im Rahmen von knotigen Veränderungen. In der Unterscheidung hilft der Ultraschall. Als Ursache für eine Struma kommen diverse Erkrankungen infrage, ob ausgehend von der Schilddrüse selbst oder im Rahmen einer genetischen Vorbelastung sowie durch Jodmangel. Dieser ist in der Schweiz aufgrund der Jodierung des Salzes allerdings sehr selten. Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann ein Hormonersatz mit Schilddrüsenhormonen hilfreich sein und zu einer Verkleinerung der Schilddrüse führen. Die Therapie hat keinen Einfluss auf die Therapie des Brustkrebses oder auf den Verlauf nach erfolgter Brustkrebstherapie. Im Grunde handelt es sich nur um einen Ersatz des im Körper ungenügend produzierten Schilddrüsenhormons. Bei Brustkrebs ist hingegen bei der Einnahme von Sexualhormonen (zum Beispiel Hormonersatztherapie) Vorsicht geboten – dies trifft aber nicht auf Schilddrüsenhormone zu. Der Endokrinologe wird Sie anhand der Schilddrüsenwerte im Blut sowie des Ultraschallbefundes weiter beraten.