slowUp
Zu Fuss durch die Masse auf Rädern

Das schöne Wetter lockte am Sonntag Tausende auf die Strecke von Sumiswald nach Huttwil. Sie erfreuten sich an Land und Leute und vor allem an den beiden altertümlichen Bahnkompositionen, die die Strecke neben dem slowUp-Kurs hin und her fuhren.

Natalie Brügger
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SlowUp von Sumiswald nach Huttwil
19 Bilder
Auf der ganzen Strecke wurde Abwechslung für Gross und Klein geboten
Eröffnungsgast Peter Jakob (VR-Präsident SCL Tigers) gewährte Einblicke in die Szene des Eishockeys
Konrad Gerster (Präsident slowUp Emmental Oberaargau) bei der Eröffnungsfeier in Sumiswald
Chris von Rohr mit dem slowUp OK beim Start
Grossrat Christian Hadorn hat sich die Teilnahme am slowUp trotz engem Wahlprogramm nicht nehmen lassen
Die Dampfbahn auf dem Bahnhof Sumiswald
Unterwegs
Auf die Kleinsten wartet bereits eine lange Traktörli-Schlange
Die Abkühlung war willkommen
Dampfbahn Jeder darf noch schnell einen Blick in den Führerstand werfen
Von Rohr hadert mit den Fotografen Fahre – nid knipse!
Unterwegs mit dem Einrad
Huttwil hat ein Herz für Velofahrer
Fährt es sich mit Luftballons leichter
Unterwegs – jeder auf seine Weise
Ein ganz spezielles Gefährt Vier Jungs aus der Gegend haben aus einem Auto ein Tretgefährt à la Fred Feuerstein gebaut und sind auf der Suche nach Sponsoren
Das Auto fährt ohne Motor
Luftakrobatik mit dem Fahrrad

SlowUp von Sumiswald nach Huttwil

Ungewöhnlich gestaltete sich gestern der Blick aus dem Fenster des Dampfzuges von Sumiswald nach Huttwil. Statt, wie zum Beispiel bei den Huttwiler Dampftagen, einer langen Autokolonne, stauten sich die Teilnehmer des slowUp vor den Bahnschranken und winkten den Fahrgästen euphorisch zu. Tausende, zumeist auf dem Fahrrad unterwegs, erfreuten sich der beiden altertümlichen Bahnkompositionen, welche die Strecke gleich neben dem slowUp-Kurs hin und her fuhren.

Aber beginnen wir am Anfang der Reise. «slowUp» tönt nach einem gemütlichen Anlass. Als absoluter Neuling auf diesem Gebiet dachte ich mir, ich nehme meinen dreimonatigen Sohn Alexander im Kinderwagen und die Grossmama als Verstärkung mit. Nach dem Studium des slowUp-Flyers stand folgendes Programm auf dem Tagesplan: mit dem Auto nach Sumiswald an die Eröffnungsfeier, mit der Dampfbahn bis Häusernmoos und dann zu Fuss bis nach Huttwil. Den Rückweg wiederum mit der Bahn.

Auch Christ von Rohr macht mit

Also Wagen, Windeln und Schoppenpulver eingepackt und ab nach Sumiswald. Im slowUp-Village herrschte bereits kurz nach neun Uhr beste Stimmung. In der Eröffnungsrede von slowUp-Präsident Konrad Gerster war zu erfahren, dass dieses Jahr mit Chris von Rohr nationale Prominenz mitmachen würde. Dieser zeigte sich dann tatsächlich um zehn Uhr beim Start und eröffnete in gewohnt kaltschnäuziger Manier den 6. slowUp Emmental Oberaargau. Chris von Rohr scheint kein Morgenmensch zu sein, trat aber trotzdem kräftig in die Pedale.

Wir machten uns derweil auf den Weg zum Bahnhof. Die Dampfbahn stand bereits da, wie immer ein beeindruckender Anblick. Kinder, aber auch Väter, nutzten die Gelegenheit und warfen einen kurzen Blick in den Führerstand. Nach einer kurzen, gemütlich ruckelnden Fahrt war Alexander eingeschlafen und wir begannen bei Sonnenschein mit unserem Marsch.

Symphonie der Sinne

Als wir den Ausgang des Dorfes Häusernmoos erreicht hatten, war ich doch erstaunt. Eigentlich hatte ich ein buntes Durcheinander von Wanderern, Skatern und Velofahrern erwartet. Es zeigte sich aber, dass wir die einzigen Fussgänger weit und breit waren. Schätzungsweise 90 Prozent der slowUp-Teilnehmer waren mit dem Fahrrad unterwegs. Dazu kommen eine Handvoll Skater und wenige mit Einrad, selber gebautem Gefährt oder eben zu Fuss. Nun war ich froh, dass sich meine Mutter bereit erklärt hatte, mich zu begleiten. Ansonsten wäre es in all den Leuten ein einsamer Marsch geworden.

slowUp zu Fuss, das ist eine Symphonie der Sinne. Das Ohr wird angeregt durch die verschiedensten Arten des Surrens von Speichen und Pneus. Von hinten herannahende Skater tönen fast wie Autos. Ab und zu fuhr eine Gruppe meist jugendlicher Mitfahrer mit lauter Musik aus allen möglichen und unmöglichen Lautsprechern an uns vorbei.

Das Auge kommt auf seine Kosten

Kaum hatten uns die sich schneller fort Bewegenden überholt, kam das Auge auf seine Kosten. Jung und Alt, sowohl bei Ausrüstung als auch in Lebensjahren, sportlich oder alltäglich gekleidet und mit teilweise abenteuerlicher Dekoration am Fahrrad zog die Masse an uns vorbei. Bunt flatterten Tausende Luftballons der Sponsoren auf der ganzen Strecke. Manche hatten so viele Ballons an ihrem Fahrrad, dass sie vermeintlich Gefahr liefen, abzuheben.

Alles in allem gestaltete sich so unser rund zweistündiger Spaziergang sehr kurzweilig. Auf der Rückreise mit der Dampfbahn war uns eines klar: Wir werden wiederkommen - aber dann mit fahrbarem Untersatz für alle.

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