Villa Sparrenberg
Zu Besuch in der künftigen Luxus-WG

Das Anwesen der Villas Sparrenberg, das zum Seniorendomizil werden soll, öffnete in Unterengstringen seine Türen für die Öffentlichkeit.

Mojan Salehipour
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Aila Haavisto im Gespräch.
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Aila Haavisto und Pflegeassistentin Elvedina Agic im Gespräch mit einem Besucher
Dekoratives Buffet, hergerichtet von Anni und Nicki Stadelmann, von Annis Kulinarium.
Auch in den oberen Stockwerken tummeln sich die Besucher. Im Haus gibt es viel zu entdecken. (2)
Tag der offenen Tür in der Villa Sparrenberg
Aila Haavisto (4. v.r.) und ihr Team (2)
Der Garten des Landhauses ist belebt. Besucher flanieren über die Wiese, verweilen unter dem Magnolienbaum oder erkunden den hinteren Teil des Aussenbereichs
Besucherinnen schauen vom Balkonzimmer im oberen Stock der Villa Sparrenberg in den Garten.
Bereits am Tag der offenen Tür gab es einen Vorgeschmack auf die kommenden Flügelkonzerte.

Aila Haavisto im Gespräch.

Mojan Salehipour

Hoch über ihrer Gemeinde flanieren die Unterengstringer durch den Garten der Villa Sparrenberg. Die Sonne scheint und der Magnolienbaum blüht in sattem Pink.

Die Villa hat zum Tag der offenen Tür eingeladen. Zum ersten Mal öffnet das Landhaus seine Pforten für die Öffentlichkeit und gewährt einen Einblick in seine Räumlichkeiten. Gastgeberin ist Aila Haavisto, Geschäftsführerin der Clean & Care GmbH und neue Mieterin des Anwesens. Zusammen mit ihrem Team betreibt die diplomierte Pflegefachfrau in dem Anwesen künftig ein Seniorendomizil. Die erste Bewohnerin zieht bereits am 1. Mai ein.

Viele Neugierige aus dem Dorf

Es soll eine luxuriöse Wohngemeinschaft für ältere Menschen entstehen, in der Frau Haavisto und ihr Team rund um die Uhr Pflegeleistungen anbieten. Zum Tag der offenen Tür kamen sowohl zukünftige potenzielle Bewohner, aber auch viele Neugierige, die schon immer mal wissen wollten, wie es hinter den Mauern der Villa Sparrenberg aussieht.

Die Erkundungstour beginnt für die meisten Besucher am Buffet. Dort werden die Gäste mit Weisswein, Satay-Spiessen und Creme-Torte begrüsst. Nach der kurzen Stärkung gilt es, die verschiedenen Räume des Hauses zu entdecken.

Vom Keller bis direkt unter das Dach gibt es so einige Zimmer und Winkel zu erkunden. Das Innenleben der Villa Sparrenberg scheint viele schon lange interessiert zu haben. Auf den Treppen und Fluren des Landhauses wimmelt es von Menschen, und auch im Garten haben es sich einige gemütlich gemacht.

Die meisten Gäste sind aus Unterengstringen. Das Anwesen haben sie beim Spazieren immer nur von aussen gesehen und bis anhin nur spekulieren können, wie es wohl hinter den Mauern aussieht.

Jetzt, wo sich diese einmalige Gelegenheit geboten hat, haben sie viele wahrgenommen und sind der Einladung der neuen Mieterin gefolgt. Schon vor vierzehn Uhr standen Besucher vor der Villa. In der ersten halben Stunde wurden über fünfzig Leute gezählt.

«Ich wusste gar nicht mehr, in welche Richtung ich ‹Grüezi› sagen soll», sagte Haavisto. Die Besucher hätten ihr geradezu die Tür eingerannt. Insgesamt wurden an dem Tag über 400 Besucher gezählt. «Ich bin mehr als zufrieden», so Haavisto.

Familiäre Atmosphäre

Doch waren die Besucher bloss Neugierige oder gab es unter ihnen auch konkrete Interessenten? «Wir haben heute neun Anfragen bekommen», sagt Assistentin Elvedina Agic. Nach zwei Wochen Vorbereitungszeit ist das Team am Tag der offenen Tür sichtlich erleichtert.

Auch fällt die Verbundenheit und Herzlichkeit der Mitarbeiter auf. Einige arbeiten schon seit zwölf Jahren mit Aila Haavisto zusammen. Das merkt man auch bei der Arbeit, das Miteinander und die Atmosphäre sind familiär.

Die 91-jährige Margrit Speiser kennt die Arbeitsweise von Aila Haavisto und ihrem Team aus eigener Erfahrung und sagt: «Für manche Leute ist die Pflege nicht einfach ein Beruf, sondern eine Berufung.» Gut möglich, dass nicht nur das prachtvolle Anwesen, sondern ebendiese herzliche Art der Zusammenarbeit pflegebedürftige Senioren überzeugen wird, ein Zimmer in der Villa Sparrenberg zu beziehen.

Platz für 15 Bewohner

Vorerst können jedoch nur fünf Senioren in das herrschaftliche Anwesen einziehen. Für mehr Bewohner muss die kantonale Gesundheitsdirektion dem Betrieb eine Bewilligung erteilen.

Platz böte die Villa bis zu 15 Personen, ausserdem könnten langfristig die Nebengebäude ausgebaut werden, wie Haavisto Anfang April gegenüber dieser Zeitung sagte. Zunächst wolle sie aber herausfinden, ob das Konzept funktioniere, so die gebürtige Finnländerin.

Senioren, die in der Villa leben möchten, müssen tief in die Tasche greifen: Der Tagespreis für das günstigste Zimmer beträgt 420 Franken, Pflegekosten exklusive.

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