FC Basel
Zehn Gründe, wieso der FC Basel gegen Porto gewinnt

Im Achtelfinal der Champions League hat der FC Basel im Duell mit Porto eine neue Dimension im Sinn. Wir nennen zehn Gründe, wieso es der FCB schafft.

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Embolo ist das grösste Schweizer Stürmertalent aller Zeiten.

Embolo ist das grösste Schweizer Stürmertalent aller Zeiten.

Keystone

1. Das Publikum

Egal, ob der Gegner Ludogorez Rasgrad oder Real Madrid heisst: Die Fans verwandeln den St. Jakob-Park in eine Spektakelbühne voller Magie. Selbst so abgebrühte Profis wie jene aus Liverpool schienen nicht unbeeindruckt vor der Kulisse. Kurz: Der St. Jakob-Park bietet die perfekte Symbiose zwischen kühlem Kommerz und heisser Fankultur.

2. Der Trainer

Wir wissen, dass Paulo Sousa (44) ein akribischer, detailversessener Trainer ist. Dazu gehört, dass er sich jeweils eingehend mit dem Gegner beschäftigt. Für einmal muss er aber nicht so tief recherchieren wie vor seinem ersten Ernstkampf mit dem FCB gegen den FC Aarau. Denn Sousa weiss alles über Porto, auch wenn er nie für den 27-fachen Meister gespielt hat. Denn Sousa ist in Portugal eine Legende.

3. Der Champion

Am 23. März wird er 37. Logisch, dass Walter Samuel nicht mehr die Geschmeidigkeit eines Balletttänzers hat. Obwohl: Samuel war mal Teil des weissen Balletts. Aber nicht mit Real Madrid, sondern mit Inter Mailand gewann der Argentinier die Champions League. «Die Mauer» hat beim FCB innert Kürze ein hohes Standing erreicht. Bei den Teamkollegen dank seiner Erfahrung, seines Willens und seines Teamspirits. Bei den Bossen wegen seiner Bescheidenheit.

4. Das Jahrhundert-Team

Ist es die Mannschaft mit den Yakins, mit Ergic, Gimenez und Rossi, die 2002 erstmals für Furore in der Champions League gesorgt hat? Oder ist es die Mannschaft mit Frei, Streller, Huggel und Shaqiri, die 2012 bis in die Achtelfinals der Königsklasse vorstiess? Nein, wir glauben, das aktuelle Team des FC Basel ist das beste aller Zeiten. Warum? Weil der FC Basel in der Breite qualitativ so gut aufgestellt ist wie noch nie.

5. Der Youngster

Am Samstag wurde er 18. Sieht man Breel Embolo in Aktion, denkt man, mit der Geburtsurkunde kann irgendetwas nicht stimmen. Der gebürtige Kameruner agiert, als würde er schon Jahre auf höchstem Level spielen. Dabei sieht alles, was er macht, so unverschämt einfach, spielerisch und mühelos aus. Er ist einer von nur acht Spielern, die jünger als 18 Jahre alt waren, als sie zum ersten Mal in der Champions League trafen.

6. Der Torhüter

Keine Frage: Porto hat mit dem Brasilianer Fabiano einen talentierten Torhüter. Gleichwohl gibt es selbst in den eigenen Reihen Leute, die an Fabianos Klasse zweifeln. Auch Basels Keeper Tomas Vaclik wurde mit Misstrauen konfrontiert. Was aber weniger am 24-jährigen Tschechen, als an den herausragenden Leistungen seines Vorgängers Yann Sommer lag. Unterdessen spricht kaum noch jemand von Sommer. Was nicht an Sommer, sondern an Vaclik liegt.

7. Die offene Rechnung

Verflixte Halbinsel. Die spielstarken iberischen Teams bilden im Gegensatz zu jenen von der Britischen Insel für den FC Basel meist ein unüberwindbares Hindernis. Zwar fehlt bis dato ein Vergleich mit Porto. Aber gegen die Top-Klubs aus Lissabon, Sporting und Benfica, resultierte in acht Partien nur ein Sieg. Der FCB hat mit den iberischen Klubs also noch eine Rechnung offen. Was man durchaus als zusätzliche Motivation betrachten kann.

8. Der Spion

Der FC Basel beschäftigt im sportlichen Bereich neben Paulo Sousa einen weiteren Portugiesen. Sein Name: Manuel Cordeiro. Der 31-Jährige arbeitet seit zweieinhalb Jahren mit Sousa zusammen. Erst in Ungarn bei Videoton, danach in Israel bei Maccabi Tel Aviv. Beim FCB ist Cordeiro der Mann für die Beobachtung des Gegners und die taktischen Analysen. Dass er den portugiesischen Fussball aus dem Effeff kennt, ist sicher kein Nachteil.

9. Die Erfahrung

In der Saison 11/12 surfte der FCB auf der Euphoriewelle in die Achtelfinals der Champions League. Unterdessen ist es schon Teil des Selbstverständnisses, die Runde der Letzten 16 zu erreichen. Damals hatte der FCB mit Heiko Vogel einen Trainer-Rookie. Heute mit Paulo Sousa einen, der als Spieler die Champions League zweimal gewonnen hat. Ausserdem haben die Basler in der Europa League mit je einer Halb- und Viertelfinalqualifikation viel K.-o.-Erfahrung gesammelt.

10. Die Identifikation

Von jener Equipe, die 2012 im Achtelfinal-Hinspiel Bayern München 1:0 bezwungen hat, sind nur Fabian Frei, Marco Streller und Philipp Degen noch da. Das ist der normale Lauf der Dinge, wenn man den eigenen Nachwuchs fördert und aus dem Ausland Talente verpflichtet, die sich prächtig entwickeln. Trotz der grossen Umwälzungen hat der FCB kein Identifikationsproblem – Streller, Frei & Co. sei Dank. Zum Vergleich: In Portos Startelf wird wohl nur ein Portugiese stehen.