Fluglärm
Zahl der Lärmgeplagten steigt: Zürcher Regierung zunehmend ratlos

Die Zahl der fluglärmgeplagten Menschen um den Flughafen Zürich ist schon wieder gestiegen. Der Regierungsrat ist zunehmend ratlos. Ernst Stocker (SVP) ist "mit seinem Latein langsam am Ende", wie er selber sagt.

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Immer mehr Leute werden von Fluglärm belästigt

Immer mehr Leute werden von Fluglärm belästigt

Keystone

Die Medienkonferenz zum ZFI sei für ihn ein wenig wie das Verkünden einer Weihnachtsbotschaft, wie SVP-Politiker Ernst Stocker sagt. «Alle Jahre wieder» teile er der Öffentlichkeit mit, dass die Zahl der Lärmbelästigten gestiegen sei, sagte er am Montag vor den Medien in Zürich.

In diesem Jahr verkündete der Volkswirtschaftsdirektor einen Zuwachs von 6 Prozent gegenüber 2010 - und dies, obwohl die Zahl der Flugbewegungen am Flughafen Zürich ungefähr stabil blieb.

Hauptgrund für dieses Wachstum sei nicht primär der Flughafen selber, sondern das Bevölkerungswachstum, sagte Stocker.

Flughafenregion trotz Lärm beliebt

In den Jahren 2010 und 2011 legte die Bevölkerung in der Flughafenregion um 4,8 Prozent zu. Im gesamten Kanton lag die Zuwachsrate in der gleichen Zeitspanne nur bei 1,4 Prozent. Die Region ist also trotz Lärm sehr beliebt.

Stocker hat Verständnis dafür, dass immer mehr Leute in die Agglomerationsgemeinden um den Flughafen ziehen. Keine Region sei so gut erschlossen. Die Glattalbahn wurde gebaut, neue Gebiete wurden erschlossen, und die Stadt Zürich wächst zunehmend an den Flughafen heran.

Diese Dynamik sei überdurchschnittlich und eigentlich wolle man das ja auch nicht bremsen. «Man will das urbane Leben», sagte er. Aus raumplanerischer Sicht sei es ja auch sinnvoll, verdichtet zu bauen. Für Stocker stellt sich aber das Problem, dass der ZFI nicht mehr eingehalten werden kann.

Der ZFI wurde vom Volk vor fünf Jahren an der Urne beschlossen und beauftragte den Regierungsrat, die Zahl der Lärmgeplagten nicht über den Richtwert von 47'000 Personen steigen zu lassen. Bis jetzt wurde dieser Richtwert jedoch nur im Jahr 2009 eingehalten.

Den ZFI selber stellt Stocker aber nicht in Frage. Dieses Monitoring sei ein Auftrag des Volkes. Dass die Bevölkerung derart anstieg und der Richtwert inzwischen überholt ist, habe zum Zeitpunkt der Abstimmung "niemand voraussehen können". (sda/sha)

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