Roggwil/Wynau
«Wir wollen das Beste für die Schüler»

Im nächsten Jahr soll es endlich eine gemeinsame Oberstufe der Schulen Roggwil und Wynau geben. An einer Klausur am 30. August wird ein Vorschlag ausgearbeitet, der «personelle, organisatorische, finanzielle und rechtliche Aspekte» berücksichtigt.

Johannes Reichen
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Wynau (o.) und Roggwil wollen enger zusammenrücken. bar (o.)/jr

Wynau (o.) und Roggwil wollen enger zusammenrücken. bar (o.)/jr

Solothurner Zeitung

Zosrowy ist nicht etwa der Name einer osteuropäischen Partnergemeinde von Roggwil oder Wynau, sondern der Titel eines gemeinsamen Schulprojekts der beiden Gemeinden. Gestartet wurde es vor dreieinhalb Jahren, der Durchbruch blieb «Zosrowy» (Zusammenarbeit auf der Oberstufe von Roggwil und Wynau) bisher aber verwehrt.

Jetzt aber soll es klappen, im Sommer 2012 soll die gemeinsame Oberstufe (7. bis 9. Klasse) eingeführt werden, teilten die Räte der beiden Gemeinden gestern mit. «Die sinkenden und schwankenden Schülerzahlen zwingen uns dazu, jetzt etwas zu unternehmen», sagt Projektleiterin Karin Berger-Sturm, Fachbereichsleiterin Bildung in Roggwil. Dafür teilte sich die zwei Gemeinden hälftig die Projektkosten der Detailplanung von total rund 11400 Franken.

Mehr Spielraum

An einer Klausur am 30. August wird nun ein Vorschlag ausgearbeitet, der «personelle, organisatorische, finanzielle und rechtliche Aspekte» berücksichtigt. Nach einer Elternbefragung und der Vernehmlassung entscheiden die beiden Gemeindeversammlungen am 5. Dezember über die künftige Zusammenarbeit. «Der Zeitplan ist eng, aber durchführbar», sagt Rudolf Baumberger (FDP), Roggwiler Gemeinderat mit Ressort Bildung.

Was den eigentlichen Schulbetrieb angeht, so geht es im Wesentlichen um die Integration der Wynauer Realschule in die gemeinsame Oberstufe. Die Schüler der Sekundarstufe I besuchen schon heute die Schule in Roggwil. «Bei einer Zusammenführung sollen sie auch am durchlässigen Schulmodell 3a von Roggwil teilhaben», sagt Berger-Sturm. Es beinhaltete zum Teil gemischte Klassen (Sek und Real) und Niveauunterricht in den Hauptfächern. Falls es eine gemeinsame Oberstufe gibt, würden im Schuljahr 2012/13 zu den voraussichtlich 84 Sekundarschülern aus beiden Gemeinden und den 57 Roggwiler Realschülern neu auch 20 Wynauer Realschüler kommen. So könnte eine Klasse eingespart werden.

«Je höher die Schülerzahlen sind, desto eher können wir zweckmässige Klassengrössen bilden», sagt Baumberger. Durch die neue Finanzierung der Volksschule, die im Kanton Bern ab Sommer 2012 gilt, falle eine Klasse mehr oder weniger viel stärker ins Gewicht als bisher.

«Schulanlagen sinnvoll nutzen»

Ob dann in Wynau noch eine Klasse unterrichtet wird oder einzelne Lektionen stattfinden, das wird im Rahmen des «Zosrowy»-Projekts geprüft. «Wir wollen das Beste für die Schüler erreichen», sagt Wynaus Gemeindepräsident Martin Lüscher (parteilos), «und dafür gilt es, die Schulanlagen sinnvoll zu nutzen.» Der Schulweg spiele eine untergeordnete Rolle. «Am Ende werden darüber die Stimmbürger entscheiden.»

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