Ottenleuebad
«Wir kämpfen für unseren Skilift Egg Ottenleue»

Jahrelang hat Hans Marti Winter für Winter bei der Talstation gestanden und den Schneesportlern sorgfältig die Bügel gereicht. Nun kämpft er mit Gleichgesinnten für das Überleben des traditionellen Kleinlifts im Voralpenraum.

Jürg Amsler und Samuel Thomi
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Hans Marti, Verwaltungsratspräsident der Skilift Egg Ottenleue AG:

Hans Marti, Verwaltungsratspräsident der Skilift Egg Ottenleue AG:

«Ich mache das nicht für mich, sondern für die ganze Region. Aufbegehren, aber nichts tun, das nützt niemandem.» Hans Marti, seit einem Jahr Verwaltungsratspräsident der Skilift Egg Ottenleue AG, ist Idealist durch und durch.

Jahrelang hat er Winter für Winter bei der Talstation gestanden und den Schneesportlern sorgfältig die Bügel gereicht. Jetzt steht er an der Spitze eines Unternehmens, das selber auf wackeligen Beinen steht. «Mindestens für ein Jahr habe ich mich zur Verfügung gestellt», sagt er.

«Fast eine Attraktion»

Das ist die Geschichte einer kleinen Skilift-AG, wie es noch einige andere in den voralpinen Hügelzonen gibt. Vorgänger Jürg Glanzmann hatte den Rücktritt früh angekündigt. So konnte sich Hans Marti mit seinen neuen VR-Mitgliedern Silvia Zbinden, Christine Scherz, Res Kilcher und Martin Leuenberger darauf vorbereiten. Der VR-Präsident deutet dies als Zeichen, dass es neben ihm weitere Gleichgesinnte gibt, denen der Erhalt des Skilifts wichtig ist.

Der Skilift Egg Ottenleue ging 1968 in Betrieb. Marti erinnert sich: «Damals war das fast so etwas wie eine Attraktion. Die Skifahrer kamen auch bei ‹strubem› Wetter und liessen sich hochschleppen.» Konnten sie damals auch noch; denn schneereiche Winter waren keine Seltenheit. Von solchen Schneeverhältnissen im Gantrisch-Gebiet lässt sich heute bestenfalls noch träumen.

Leiden unter den Wetterkapriolen

«Wir haben seit Jahren keine durchgehenden Winter mit genug Schnee gehabt. Mal schneit es, mal regnet es. Wer verbringt schon Skiferien, wo es keinen Schnee hat?» Dazu liegt das Skigebiet an einem Südhang. Bleibt ein kleiner Trost: «Wir Skiliftbetreiber im Ottenleue sind bei Weitem nicht die Einzigen, die unter diesen Wetterkapriolen leiden.»

Hans Marti sieht aber noch andere Gründe, die den Betrieb in Sangernboden erschweren: «Die Bedürfnisse der Wintersportler haben sich geändert. Langlaufen, Snowboarden und Schneeschuhlaufen sind zum Skifahren hinzugekommen. Die Möglichkeiten, diese Sportarten in schneesicheren Gebieten auszuüben, sind stetig gestiegen.»

Üble Gerüchte beseitigt

Ja, und dann nennt er noch die Zufahrtsstrasse. – «Dafür gibt es bei uns am Lift kaum Wartezeiten und genügend Parkplätze.» Mit diesen Umständen müssten sie jetzt halt leben. «Wir haben die Betriebszeiten auf ein absolutes Minimum beschränkt.» Der Skilift läuft nur an Wochenenden und während der Sportwochen, für Schulen oder Gruppen bei Voranmeldung auch an einem Werktag. Genügend Schnee und gute Pistenverhältnisse sind natürlich Voraussetzung.

Obwohl die guten, ertragreichen Zeiten längst vorbei sind, auf etwas dürfen die Verantwortlichen stolz sein: Die Anlagen sind technisch in gutem Zustand und sicher. «Das Wenige, das in den letzten Jahren erwirtschaftet wurde, ist in den Unterhalt und die Pistensicherung gesteckt worden», sagt Hans Marti. Etwa in ein neues WC anstatt des alten Plumpsklos. So räumt er dem Skilift auch durchwegs Überlebenschancen ein: «Es ist schwierig, zu sagen, wie und ob wir weiterfahren. Eines aber ist sicher: Wir kämpfen für unseren Skilift.