Radrennsport
Wieso der zehnfache Schweizermeister nicht bremsen kann

Der Waadtländer Tristan Marguet ist einer der besten Bahnradfahrer der Schweiz. Für die «Nordwestschweiz» bestritt er das Punktefahren am Abendrennen auf dem Velodrome Suisse in Grenchen mit einer GoPro-Actionkamera am Lenker.

Rainer Sommerhalder
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Tristan Marguet im Punktefahren auf dem Weg zu einem Rundengewinn.

Tristan Marguet im Punktefahren auf dem Weg zu einem Rundengewinn.

Nordwestschweiz

Marguet hält sich trotz des ungewohnten «Passagiers» an Bord im Rennen gut, macht mit zwei weiteren Fahrern sogar einen Rundengewinn und spurtet bis zuletzt um den Gesamtsieg.

Das Fahren auf der Bahn erfordert besondere technische Fertigkeiten. Die Positionskämpfe im Pulk und das Ansteuern der steilen Kurven sind nicht jedermanns Sache. Wenn der Vordermann stürzt, hilft oft nur noch beten. Denn im Gegensatz zu Strassenrennen ist bremsen auf der Bahn schlicht nicht möglich. An den oft futuristischen Bahnmaschinen gibt es keine Bremse.

Spürbarer Kurvendruck auf dem Körper

Der 27-jährige Tristan Marguet kennt sich mit Stürzen nicht unbedingt aus. «Ich hatte in meiner Karriere Glück und musste bisher lediglich zweimal zu Boden», sagt der ehemalige Mountainbiker und Radquer-Fahrer aus Monthey. Er schwärmt vom Feeling auf dem Oval: «Das Gefühl für die Geschwindigkeit in den Kurven und den Druck, der dabei spürbar auf dem Körper lastet, ist schon speziell», sagt Marguet.

National hat Marguet bereits alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Zehnmal wurde er seit 2007 Schweizer Meister – in sieben verschiedenen Bahn-Disziplinen. International isst er hingegen hartes Brot. Ein Weltcupsieg 2012 in Glasgow im Scratch bleibt bis heute der grösste Erfolg.

Für die nahe Zukunft hat sich der Westschweizer jedoch viel vorgenommen. Er strebt gleich drei grosse Ziele an. «Ich will an der Europameisterschaft im Oktober in Grenchen unbedingt etwas reissen», sagt er. Doch die EM ist nur Zwischenstation. Eine WM-Medaille sowie die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio gehören ebenfalls zum ambitionierten Erfolgsmenü des Bahnspezialisten.