Lotzwil
Widerstand gegen den Tennisplatz kommt erst im letzten Set

Lange sah es so aus, als ob der Tennisclub Langenthal mit seiner neue Halle in Lotzwil auf keinen Widerstand stösst. Doch kurz vor dem entscheidenden Urnengang am 15. Mai tauchen doch noch Gegner auf.

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An diesem Standort im Lotzwiler Chilefeld will der Tennisclub Langenthal bauen. (Foto: Hanspeter Bärtschi)

An diesem Standort im Lotzwiler Chilefeld will der Tennisclub Langenthal bauen. (Foto: Hanspeter Bärtschi)

Solothurner Zeitung

Eine «Interessengemeinschaft zur Erhaltung der Gewerbelandreserven von Lotzwil» verteilte letzte Woche ein Flugblatt. Sie weist darauf hin, dass Lotzwil das «Chilefeld» erworben und erschlossen hat, um Gewerbe anzusiedeln und Arbeitsplätze zu schaffen. Damit sollte haushälterisch umgegangen werden, und das Land nicht «sekundären Freizeitgelüsten» geopfert werden. Weil ein Tennisplatz keine Arbeitsplätze schaffe, erhalte die Gemeinde zwar einen Baurechtszins, aber keine zusätzlichen Steuereinnahmen.

Das Flugblatt unterzeichnet hat Urs Lanz. Der 46-Jährige ist Elektromonteur. Die IG beschränke sich auf seinen Bekanntenkreis, erklärt er auf Anfrage. Deshalb sei es für ihn auch schwierig, abzuschätzen, wie erfolgreich sein Widerstand sein wird.

Nicht nur Faust im Sack machen

«Wir wollen aber nicht nur die Faust im Sack machen, sondern uns vor der Abstimmung äussern.» Dass dies nicht bereits früher, zum Beispiel am Orientierungsabend geschehen ist, begründet Lanz damit, dass man sachlich kaum eine Handhabe gegen die Vorlage habe: Sie entspreche dem Baureglement und sei mit den kantonalen Ämtern abgesprochen. «Deshalb müssen wir eine politische Mehrheit gewinnen.»

Der Gemeinderat gibt zum Flugblatt zu bedenken, dass das zur Diskussion stehende Land seit über 20 Jahren eingezont ist, ohne dass dafür Gewerbebetriebe gefunden werden konnten. Zudem habe die Gemeinde danach immer noch 13500 Quadratmeter unüberbautes Land in der Gewerbezone. Der Gemeinderat ist überzeugt, dass eine Tennisanlage eine Bereicherung für die Gemeinde sei und damit einer nachhaltigen Landpolitik entspreche. (jr)