Langenthal
Werkhof muss gegen Abfallberge vorgehen

Die Fasnacht ist in Langenthal vorbei. Ober Markus Gfeller ist zufrieden mit der Fasnacht – abgesehen vom «Ghüder» in der Stadt. Denn was die Fasnacht hinterlässt, ist der Abfall.

Tobias Granwehr
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Montagmorgen im Stadtzentrum – nach dem Fasnachtsumzug und der darauf folgenden Nacht. tg

Montagmorgen im Stadtzentrum – nach dem Fasnachtsumzug und der darauf folgenden Nacht. tg

Solothurner Zeitung

«Fantastisch, grandios», sagt Fasnachtsober Markus Gfeller am letzten Tag der Fasnacht mit etwas kratziger Stimme. Der höchste Langenthaler Fasnächtler zieht damit eine positive Bilanz der vergangenen Narrentage. «Das Wetter war auf unserer Seite, die Stimmung und die Besucherzahlen toll», so der Vorsitzende der Langenthaler Fasnachtsgesellschaft (LFG).

Zum Gönnerabend sagt er, alle drei Lokale («Mühle», «Bären» und katholisches Kirchgemeindehaus) seien gut gefüllt gewesen. Beim Guggenspektakel habe sich die Düby- Bühne in der Oberen Marktgasse endgültig durchgesetzt als gleichwertiger Standort nebst der Bühne vor dem Choufhüs. Ebenfalls positiv war aus Gfellers Sicht die Besucherzahl am sonntäglichen Fasnachtsumzug.

Spuren der Fasnachtsparty

Neben diesen positiven Eckpunkten gibt es einen – allerdings nicht neuen – negativen Bereich an der Fasnacht: der Abfall. Wer frühmorgens einen Blick auf die Strassen und Gassen der Stadt wirft, dürfte den Kopf schütteln. Im Zentrum sieht es dank des unermüdlichen Einsatzes des städtischen Werkhofes jeweils rasch wieder sauber aus.

In einigen Nebengassen oder in Hinterhöfen sind jedoch längere Zeit Spuren der Fasnachtsparty zu sehen. Gfeller bestätigt: «Es liegt zu viel Abfall herum.» Ihm sei es zum Beispiel am Sonntagmorgen aufgefallen. Entlang der Umzugsroute im Stadtzentrum, wo viel Publikum sei, gebe sich die Stadt extrem Mühe beim Aufräumen, sagt Gfeller lobend. Das Problem sind die teils privaten Grundstücke oder die Nebengassen.

Private Putzequipen?

Für den Ober ist klar: Bei der Analyse der Fasnacht werde das im LFG-Komitee ein Thema sein. «Wir werden uns etwas überlegen, um die Situation zu verbessern. Vielleicht finden wir eine Lösung.» Bisher heisst diese Abfalleimer – und zwar möglichst viele. «Meistens müsste man gar nicht weit laufen, um seinen Abfall zu entsorgen. Doch es fehle halt oft am Willen», sagt Gfeller. Eine Variante wären laut Ober private Putzequipen, die auch abseits der grösseren Strassen Abfall einsammeln könnten. Die Kosten müsste die LFG tragen. Natürlich wäre ein grösserer Aufwand eine Frage der Kosten, so Gfeller. Sauberkeit sei jedoch auch eine Frage des Images.

Hoher finanzieller Aufwand

Die Stadt lässt sich die Fasnacht pro Jahr etwa 90000 Franken kosten, wie ein Blick in die Jahresabschlüsse 2009 und 2010 zeigt. Im vergangenen Jahr waren es 86300 Franken. Davon wurden der Fasnachtsgesellschaft 17300 Franken in Rechnung gestellt. Stadt und LFG haben bezüglich Aufwand der städtischen Angestellten eine Vereinbarung. Gemäss Gemeinderatsbeschluss werden die Kosten im Verhältnis 80 Prozent (Stadt) zu 20 Prozent (LFG) aufgeteilt.

Die Obergrenze für die Stadt liege bei 78000 Franken, sagt Jean-Rico Siegenthaler, Fachbereichsleiter Stadtkanzlei. Eine Ausnahme seien wetterabhängige Arbeiten, welche die LFG nicht beeinflussen und so die Kosten der Stadt erhöhen könnten. Das sei aber seit Längerem nicht mehr vorgekommen. Grösstenteils sind die Werkhofmitarbeitenden zur Reinigung unterwegs. In den Kosten sind laut Siegenthaler allerdings auch Material und Fahrzeuge enthalten.

Viel Arbeit für den Werkhof

Zum Thema Abfall äussert sich Hanspeter Zingg, Leiter des städtischen Werkhofes, pragmatisch: «Es war in etwa gleich viel wie in anderen Jahren.» Vielleicht habe das trockene Wetter die Eindrücke beeinflusst. «Wenn es nass ist, ist der Abfall weniger voluminös und es sieht nach weniger aus.» Am Montagmorgen schickte Zingg 18 Mann in den Einsatz, davon zwei externe Personen. Eine der Beiden mit einem Traktor mit grosser Saugvorrichtung, um die grosse Menge Konfetti aufzusaugen.

Gestern Morgen waren es zehn Mitarbeiter. Sie müssten aufräumen und danach die Stände für den Dienstagsmarkt aufstellen. Heute Morgen sei es nochmals dasselbe wie in den Tagen zuvor, so Zingg. Der Werkhofchef beklagt sich nicht, im Gegenteil: «Für uns waren die trockenen Verhältnisse das Beste.» Wenn es während der Fasnacht regne, klebe alles und sie müssten mit Schläuchen Strassen und Trottoirs abspritzen.