Hier spricht der Chef
Wer als Kapitän im Sturm sein Reiseziel verliert, ist verloren

Die wirtschaftlichen Bedingungen verändern sich schnell. Die über Jahrzehnte stabile Entwicklung wird immer öfter durch rasch aufziehende Stürme gestört. Zuerst die weltweite Finanzkrise, gefolgt von dramatischen Umsatzeinbrüchen in vielen Betrieben.

Christoph Duermueller*
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*Christoph Duermueller ist CEO & Partner, Zühlke Management Consultants AG, Schlieren

*Christoph Duermueller ist CEO & Partner, Zühlke Management Consultants AG, Schlieren

Die wirtschaftlichen Bedingungen verändern sich schnell. Die über Jahrzehnte stabile Entwicklung wird immer öfter durch rasch aufziehende Stürme gestört. Zuerst die weltweite Finanzkrise, gefolgt von dramatischen Umsatzeinbrüchen in vielen Industriebetrieben. Kurz darauf wieder übervolle Auftragsbücher. Und nun extreme Wechselkursverschiebungen, welche die Ertragskraft unserer stark exportorientierten Wirtschaft bedrohlich untergraben haben. Wir befinden uns mitten in den Sturmwinden der global vernetzten Wirtschaft. Diese massiven Marktveränderungen zwingen die Verantwortlichen in den Unternehmen oft zu kurzfristigen Massnahmen. Halten sie den Kurs, würde das Unternehmen in der nächsten grossen Welle kentern. Die oft schmerzhaften Anpassungen überfordern viele Mitarbeiter und Führungskräfte. Die längerfristige Planung wird immer schwieriger.

Macht da eine auf Nachhaltigkeit ausgelegte Strategie noch Sinn? Ist es nicht wichtiger, die nächste Welle gut zu erwischen und Flexibilität und Agilität über alles zu stellen?

Ich bin fest davon überzeugt, dass gerade in stürmischen Zeiten derjenige Kapitän verloren ist, der sein Reiseziel aus den Augen verliert. Die Kunst einer guten Unternehmensführung besteht darin, die nächste bedrohliche Welle erfolgreich zu umschiffen und gleichzeitig beharrlich auf das Fernziel hinzuarbeiten. Erfolgreiche Unternehmen beherrschen diese Gratwanderung.

Die Zühlke-Gruppe konnte in den letzten 3 Jahren weit über 100 neue Arbeitsplätze für Ingenieure und Berater schaffen, ein grosser Teil davon in der Schweiz. Eine konsequente Ausrichtung auf Innovation als Motor für Wachstum und Rentabilität sowie auf hohe Qualität in den Kundenprojekten hat sich ausgezahlt. Jährlich investieren wir umgerechnet 12 Prozent unseres Umsatzes in die Weiterbildung aller Mitarbeiter. Unsere Mitarbeiter und die gemeinsamen Wertvorstellungen sind das grösste Kapital unseres Unternehmens. Dies gilt auch für andere Firmen. Wir in der Schweiz haben im internationalen Wettbewerb gute Chancen, wenn wir die grossen Herausforderungen mit unseren Mitarbeitern konstruktiv und fair angehen. Damit lässt sich zwar nicht jede, aber doch so manche Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland vermeiden oder kompensieren.

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