Würgerball
Wenn der Balkon zur römischen Festung wird

Die Akkordwürger luden am Samstag zu ihrem traditionellen Ball im Hotel Bären ein. Passend zum Motto «D Römer gö go flüge!?» präsentierten sich viele in der klassischen Legions-Montur aus Tunika und Kettenhemd.

Quentin Schlapbach
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Bilder zum Würgerball in Langenthal
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Bilder zum Würgerball in Langenthal

Hansjörg Sahli

In Zeiten der Eurokrise, in denen unsere südländischen Nachbarn pausenlos für ihren lockeren Umgang mit Geld kritisiert werden, lasen die solidarischen Langenthaler noch einmal die Zeit hochleben, als Italien – oder besser gesagt das Römische Reich – die absolute Weltmacht auf diesem Planeten war. Das Motto der diesjährigen Fasnacht «D Römer gö go flüge!?» war am Samstag im «Bären» an allen Ecken und Enden sichtbar.

Die klassische Legions-Montur aus Tunika und Kettenhemd prägte denn auch die Kostümierungen zahlreicher Ballbesucher. Überall lauerten die trinkfreudigen Truppen Julius Cäsars und erfreuten sich an der guten Stimmung im Hotel Bären. Neben den vielen Römer hatte der Maskenball aber auch andere Kostüm-Highlights auf Lager.

Allerlei bunte Vögel

Ins Auge fiel beispielsweise die Langenthaler Gugge Pouseblooser, die im Globi-Kostüm für wackelnde Hüften sorgten. Zu den bunten Vögeln gehörten auch die drei männlichen Ballerinas oder die fünf übergrossen Stabilo-Boss- Filzschreiber.

Das diesjährige Motto floss aber auch in die Dekoration der Veranstaltung ein. So glich der Balkon des Barocksaals einer römischen Festung, geschmückt mit rot-silbernen Schildern und dem römischen Legionsadler. Erstürmen musste man die «Festung Bären» aber nicht. Fünf Franken und ein Kostüm reichten als Eintritt in die Römer-Party. Dieses Angebot nahmen laut Veranstalter gegen 700 Fasnächtlerinnen und Fasnächtler wahr.

Besonders ins Auge stach aber einmal mehr die wunderschön dekorierte Decke des «Bären»-Saals. Wo sonst Kronleuchter und antike Baukunst zum Vorschein kommen, ragte ein riesiger Ballon in die Luft, umringt von vielen kleinen Ballonen. Das ganze Herzblut und die zahlreichen Stunden Handarbeit haben sich einmal mehr gelohnt.

Ultimative Hauptprobe

Neben der Dekoration stand natürlich auch die Musik im Mittelpunkt. Der Würgerball dient vielen Guggen nicht zuletzt auch als die ultimative Hauptprobe für die richtige Fasnacht in zwei Wochen. Gestern gaben sich neben den Akkordwürgern auch die Langenthaler Guggen Tönlifurzer, Pouseblooser, Megadüdler, Vändiulüfter und Pflotschdäppeler die Ehre.

Neben den stadtbekannten einheimischen Guggen waren mit den Jldefonsern aus Olten und den Sträggelebrätschern aus Strengelbach zwei auswärtige Cliquen vertreten, die eine Kostprobe ihres Könnens abgaben.

Übrigens: Die vielen Römer im Hotel Bären brauchten für einmal keine Angst vor mit Zaubertrank gedopten Galliern zu haben. Asterix und Obelix wurden auch in konsumierter Form für einmal nicht gesichtet. Mit grosser Wahrscheinlichkeit ändert sich das noch an der richtigen Fasnacht.