Weihnachtsgans dank ABB

Die Aktie des Badener Konzerns steigt – aber Achtung: Hedge Funds bedrohen die Gewinne. Ein GPS-Produzent schlägt alle Börsenrekorde. – In Basel ist nächste Woche Genuss angesagt. – Emmi unermüdlich auf dem Weg an die Spitze.

François Bloch
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Illustration: Marco Ratschiller

Illustration: Marco Ratschiller

Schweiz am Wochenende

Bei ABB habe ich nicht zu viel versprochen: +8,62% innerhalb von vier Wochen. Jetzt können Sie getrost die Weihnachtsgans bestellen, sogar die XXL-Variante, wenn Sie auf die Call-Option gesetzt haben – die rast in ungeahnte Höhen. Mein Rat: Ich würde diese Woche die Hälfte der Optionen vorzeitig glattstellen, also verkaufen. Seien Sie sich bewusst, im Hintergrund wirkt ein gigantischer US-Hedge-Fund, da schmelzen die Gewinne auf diesen Positionen manchmal schneller dahin, als Sie sich vorstellen können. (Hälfte der Optionen verkaufen)
> Vorzeitiges Weihnachtsgeschenk aus Thalwil am Zürichsee: Der GPS-Produzent U-Blox schlägt alle Börsenrekorde, +9,01% innerhalb Wochenfrist. Vor knapp einem Monat hiess es an dieser Stelle, «fette Beute in Thalwil», nun mit einer Jahresbilanz von +45,92% ist alles im Lot. Im Hinblick auf den dienstäglichen Investorentag wird die Erwartungshaltung der Anleger nochmals in die Höhe geschraubt. Unser Kursziel von 142 Franken ist bei einem aktuellen Kursstand von Fr. 140.80 in Griffweite gerückt. (Halten)
> Am kommenden Mittwoch gastieren die sogenannten Königlichen aus Madrid im Basler St.-Jakob-Park. Eine mehr als weisse Weste haben diejenigen institutionellen Grossinvestoren, welche das volle Risiko nahmen und den Angsthasen-Call (März 2015 Call: 320 Franken) ohne Aktienunterlegung beim Basler Saatguthersteller Syngenta gespielt haben: nahezu +300% innerhalb zweier Wochen. Als sich der grosse Investor für den tollen Tipp mit einer guten Flasche Wein bedanken wollte, sagte ich kurz und bündig, wir nehmen keine Geschenke an. Eines ist klar: Basel wird in der kommenden Woche dank FCB-Präsident Bernhard Heusler und den strammen Syngenta-Boys für Furore sorgen. Genuss pur aus Basel.
> Am frühen Freitagmorgen um punkt 2 Uhr hat mein fleissiges quantitatives Modell eine neue Kaufempfehlung auf den Innerschweizer Milchproduzenten Emmi ausgespuckt. Jetzt wird zum ersten Mal die Marke von 380 Franken (aktuell: 362 Franken) pro Aktie anvisiert. Kurzfristige Preisänderungen nach unten sind zwar immer möglich, aber dieser Titel ist auf seinem Weg an die Spitze nicht mehr aufzuhalten. (Halten)
> Nun ist der Zuger Schraubenproduzent Bossard Holding auf dem Weg zur Besserung. Noch liegen die einstigen Höchstwerte von Fr. 127.45 ausser Reichweite, aber keine Sorge, wenigstens werden Sie mit dem Shootingstar der letzten fünf Jahre kein Geld verlieren. Notabene +344,02% innerhalb dieser Frist. (Halten)
> Meine sehr verehrten Damen und Herren! Norwegen vermeldet ein Allzeit-Hoch. Der norwegische Lachsproduzent Marine Harvest bewegt sich in schwindelnder Höhe. +71,29% innerhalb von 12 Monaten, und die Erfolgsgeschichte ist noch nicht zu Ende. Die Börseninformationssysteme rechnen die Gewinne des Unternehmens falsch aus. Nutzen Sie die Gunst der Stunde! (Halten)
> Magdalena Martullo-Blocher ist zurück im Geschäft. Der ein bisschen zu teuer gewordene Titel der EMS-Chemie tastet sich wieder nach vorn. +12,64% seit 1. Januar 2014. Machen Sie sich aber keine Sorgen, auch im kommenden Jahr wird die Betriebskapelle anlässlich des Tags der offenen Tür aufspielen können. Für 2015 ist nämlich ein neuer Rekordbetriebsgewinn in Sicht. Speziell in Asien hat die EMS-Chemie wieder deutlich den Rank gefunden. (Halten – und für Späteinsteiger: Kaufen)
> Nun bin ich wieder beruhigt, denn der Backwarenhersteller Aryzta ist erneut auf Erfolgskurs; einziger Schwachpunkt: die mehr als köstlich mundende Bezahlung der Führungsspitze. Ein bisschen mehr Diät, sprich Enthaltsamkeit würde in der Aussendarstellung guttun. (Halten)
> Der Taucher bei der Lysser Feintool sorgte für einen kurzfristigen Dichtestress in meiner Mailbox, heute, vier Wochen danach, ist alles in Butter. Falls kein grösserer Unfall stattfindet, ist der Weg Richtung 100 Franken geebnet. (Halten)
> Martin Senn, Chief Executive Officer der Zürich Versicherung, kann sich freuen: Diese Woche ist es so weit, die Marke von 300 Franken wird durchbrochen. Meine Leserschaft dürfte begeistert sein ob des sensationellen Laufs des Titels, +22,9% im Jahr 2014. Da musste ich doch noch vor kurzem lesen, man könne mit diesem Titel überhaupt kein Geld verdienen, haha! Das Superjahr 2014 wird nach einer solchen Vorlage im Jahre 2015 nicht zu schlagen sein. (Halten)
Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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