Schlamm statt Kies
Wegen schwierigem Boden: Bau der Hermesbühl Turnhalle verzögert sich

Es ist eine schlechte Nachricht für die Schulkinder des Hermesbühlschulhauses. Die neue Turnhalle wird erst im Sommer 2017 fertig – 6 Monate später als geplant. Der schwierige Baugrund ist Schuld. Denn: Statt dem erwarteten Kies tauchte Schlamm auf.

Wolfgang Wagmann
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Arbeiten am Fundament für die neue Hermesbühl-Doppelturnhalle in Solothurn Das Fundament musste auf schlechtem Baugrund errichtet werden
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Spundwände halten die Baugrube zusammen.
Die Baugrube schränkt auch den Pausenplatz des Schulhauses ein.
Immerhin geht es ab jetzt in die Höhe.
So soll die neue Turnhalle innen aussehen.
Hermesbühlhalle Solothurn
Und so soll die neue Halle aussen aussehen.

Arbeiten am Fundament für die neue Hermesbühl-Doppelturnhalle in Solothurn Das Fundament musste auf schlechtem Baugrund errichtet werden

Wolfgang Wagmann

Das ist keine gute Nachricht für die Schulkinder des Hermesbühlschulhauses, aber auch für viele Sporttreibende von städtischen Vereinen: Die neue Doppelturnhalle des «Hemmli» wird nicht wie geplant schon Ende dieses Jahres eröffnet werden können, sondern erst sechs Monate später, also im Sommer 2017.

«Der Terminplan sah vor, die Turnhallen nach 17 Monaten Bauarbeit Ende 2016 in Betrieb zu nehmen», schreibt das Stadtbauamt in einer Stellungnahme. Und weiter: «Da die auf der Baustelle angetroffene Bodenbeschaffenheit nicht den Erwartungen nach den geologischen Voruntersuchungen entspricht, werden die Turnhallen rund ein halbes Jahr später fertiggestellt werden können.»

Und ergo wohl erst nach den Sommerferien 2017, also auf das neue Schuljahr hin benützbar sein. Der Start zum Neubau war im Juni des letzten Jahres erfolgt, was zu erheblichen Umorganisationen im Turnbetrieb der Schule, aber auch bei den Hallenkapazitäten für die Vereine geführt hatte.

Nicht alles untersucht

Ähnliche Probleme offenbar gelöst

Ebenfalls Probleme mit dem Baugrund gabs beim Neubau des für 6,2 Mio. Franken projektierten Kulturgüterschutzraumes auf der Nordseite des Kunstmuseums. Im letzten Sommer wurden bei Unterfangungsarbeiten Absenkungen des Museumbaus festgestellt, was zu Rissen im nördlichen Treppenhaus und im östlichen Ausstellungsraum führte. Es mussten flankierende Massnahmen wie das Anbringen von mächtigen Stahlstützen an der Nordfassade des Kunstmuseums sowie ebenfalls die Installation von Mikropfählen veranlasst werden. Noch im Januar wurden die deswegen anfallenden Mehrkosten vom Hochbauamt auf 330 000 Franken veranschlagt. Nicht eingerechnet waren die Mehrkosten für die eigentliche Risssanierung. Auch bei diesem Bauprojekt dürfte letztlich ein halbes Jahr Verzögerung eintreten – statt in diesem Winter wird der neue Kulturgüterschutzraum erst im Sommer eröffnet. «Wir haben keine Senkungen mehr festgestellt», kann Andrea Lenggenhager zu ihrem zweiten Sorgenkind vermelden, «die Stützen werden demnächst entfernt.» (ww)

Bei den Aushubarbeiten sei jedoch unter dem Gebäude mehrheitlich «schlammiges, schlecht tragfähiges Material» zum Vorschein gekommen. «Was unter der alten Bausubstanz war, konnten wir nicht untersuchen», präzisiert Andrea Lenggenhager, Leiterin Stadtbauamt.

Zumal der Neubau wesentlich tiefer, nämlich um zwei Geschosshöhen, zu liegen gekommen sei. «Wir haben sofort reagiert, und nach den getroffenen Massnahmen sollte nun der Bau wie geplant fortgeführt werden können», meint die Bauamtleiterin.

Der schlechte Baugrund hatte bei der angrenzenden Pausenhalle und und der darüber liegenden Aula Setzungen verursacht und die bereits bestehenden Rissbildungen im Fassadenbereich vergrössert.

Deshalb musste dieser Bereich mit Mikropfählen gesichert und zusätzliche Verankerungen und Injektionen bei den Spundwänden angebracht werden, ehe es möglich wurde, die Aushubarbeiten überhaupt weiterzuführen.

270 000 Franken Zusatzkosten

Das Stadtbauamt rechnet nun mit zusätzlichen 160 000 Franken für die erwähnten Spezialmassnahmen im Tiefbau sowie weiteren 110 000 Franken für die Sanierung der Fassadenrisse – total also 270 000 Franken.

Die tröstliche Nachricht von der Baselstrasse: Gemäss den aktuellen Kostenprognosen des Stadtbauamtes könnten diese Zusatzkosten mit dem bewilligten Baukredit von 12,1 Mio. Franken abgedeckt werden, «weshalb keine Kreditüberschreitung zu erwarten ist».

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