Dietikon
Wegen Schulraum-Mangel: Über den Sommer bietet ein Holz-Pavillon Unterschlupf

Kommende Woche entscheidet der Gemeinderat über den 5-Millionen-Kredit für den Steinmürli-Pavillon.

Alex Rudolf
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Steinmürli
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Der Holz-Pavillon bietet Platz für sechs Klassenzimmer sowie ein multifunktionales Zimmer und einen Hort.
Der Holzbau erweitert mit den bestehenden Gebäuden den Pausenhof
Steinmürli Pavillon
Markant - drei mit Solarpanels ausgestattete Deckenfenster bringen Licht ins innere

Steinmürli

Alex Rudolf

Bis in vier Jahren erwartet Dietikon einen Zuwachs von etwa 400 Schülern. Dieses rasante Wachstum erfordert rund 20 zusätzliche Klassenzimmer. Gestern stellte die Stadt das detaillierte Projekt samt Modell vor, welches das Platzproblem entschärfen soll. Auf dem Gelände der Schuleinheit Steinmürli soll im kommenden Sommer ein Holz-Pavillon in Betrieb genommen werden, der sechs Klassenzimmer sowie ein multifunktionales Zimmer und Platz für einen Hort bietet. In der Sitzung vom kommenden Donnerstag wird der Gemeinderat über das Projekt aus der Feder der Zürcher agps architecture ltd. befinden. Spricht sich die Legislative für den Bau aus, ist das Stimmvolk an der Reihe, dem 5-Millionen-Projekt seinen Segen zu geben. Dies wird voraussichtlich im September der Fall sein. Stösst es im Rat auf Ablehnung, muss der Stadtrat nochmals über die Bücher.

Stadt Zürich baut teurer

Der geplante Pavillon sei im Gegensatz zum bereits bewilligte Mietprovisorium auf dem Areal Wolfsmatt weit mehr als eine Übergangslösung, wie Hochbauvorsteherin Ester Tonini (SP), die selber im Steinmürli als Lehrerin tätig ist, gestern sagte. «Das Gebäude ist für eine Lebensdauer von mindestens 20 Jahren konzipiert und befindet sich in der Nähe zu den Anlagen Fondli und Zentral an einer guten Lage.» Dies erlaube eine flexible Zuteilung der Schüler, fügt Schulvorstand Jean-Pierre Balbiani (SVP) an. Wird der Pavillon tatsächlich erstellt, dann ergeben sich auch für die bestehenden Gebäude des Steinmürli Veränderungen. So soll der Hort, welcher derzeit im Untergeschoss des Neubaus beheimatet ist, in den Pavillon ziehen. Ein Handarbeitszimmer im Altbau, das aus Platzgründen als Schulzimmer genutzt wird, kann seinem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt werden, da im Untergeschoss des Neubaus eine Schulklasse einziehen kann. Während der ersten beiden Betriebsjahre sind zwei der sechs Klassenzimmer jedoch für Kindergartenklassen des Steinmürli 1 und 2 vorgesehen, da deren Gebäude in dieser Zeit saniert werden wird.

Dass die Kosten von 5 Millionen Franken für ein Provisorium, das auf 20 Jahre ausgelegt ist, für Kritik sorgen könnte, dessen ist sich Tonini bewusst. Bereits bei der Debatte um die städtische Schulraumplanung war die SVP nicht von den Provisoriums-Plänen begeistert: «Wenn man jedoch die Kosten gemäss der Studie ‹Kostenklarheit 2011› berechnet, erhält man einen Vergleichswert von 880 000 Franken pro Klassenzimmer. Verglichen mit Zürcher Projekten, wo ein Zimmer durchschnittlich 1,5 Millionen Franken kostet, stehen wir sehr gut da», sagt sie.

Nun folgt das Wolfsmatt

Die acht zusätzlichen Zimmer schaffen weniger als die Hälfte des bis 2020 benötigten Raums. Daher sehen Tonini und Balbiani vor, in diesem Jahr das Vorprojekt für die Sanierung und den Ausbau der Schuleinheit Wolfsmatt anzugehen. «Dies beinhaltet die Erstellung eines detaillierten Raumkonzepts, sodass der Studienwettbewerb ausgeschrieben werden kann», so Tonini. Die beiden rechnen damit, dass der Bau in rund fünf Jahren bezugsbereit sein könnte.

Bezüglich des Schulhauses im neuen Stadtteil Limmatfeld halten sich Tonini und Balbiani bedeckt. Der jüngst vom Regierungsrat veröffentlichte Entwurf der Moorschutzverordnung, deren Fehlen den Bau bis anhin blockierte, im Gebiet Silbern-Lerzen-Stierematt gibt zwar Grund zur Hoffnung, dass es nun vorwärtsgeht. «Die Pläne für das neue Schulhaus mit 12 Klassenzimmern auf dem Stierenmatt-Areal sind jedoch noch immer eingefroren. Wir wollen Planungssicherheit», sagt Tonini. Balbiani rechnet damit, dass das Limmatfeld sein Schulhaus in fünf bis sieben Jahren erhalten wird: «Jedoch nur wenn die Moorschutz-Verordnung bis Ende Jahr erlassen wird und nicht noch weitere Rekurse folgen.» Bis dies soweit ist, werden die Schulkinder aus dem Limmatfeld im Schulhaus Zentral unterrichtet, jene die im Einzugsgebiet des Zentral wohnen, wohl teils auf das Steinmürli oder Fondli ausweichen.

Für einen Schulhaus-Neubau im Entwicklungsgebiet Niederfeld hat die Exekutive mehrere Standort-Varianten im Visier. Laut Tonini sei zwar noch nichts spruchreif, doch: «Es kristallisiert sich ein Favorit heraus in der Nähe des Gjuch-Quartiers.»

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