Spital Region Oberaargau
Weg frei für die 2. Etappe Spitalumbau

Der Stadtrat gibt grünes Licht für erneute Investitionen im Spital Region Oberaargau. Für die Parkgarage empfiehlt die Geschäftsprüfungs-Kommission eine Beteiligung der Stadt.

Urs Byland
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Solothurner Zeitung

Kein Stadtrat fand ein Haar in der Suppe. Die Zutaten stimmten, darüber waren sich alle Parteien einig. Der Koch, in diesem Fall das Spital Region Oberaargau (SRO), darf mit grossen Freiheiten in eine Zukunft gehen. Freiheiten, die mit der neuen Überbauungsordnung (ÜO) festgeschrieben sind und die baurechtliche Grundlagen von 1965 ersetzen.

«Seit 1965 ist es lange her. Das Spitalwesen hat sich in dieser Zeit massiv verändert», erklärt Manuel Ischi für die Fraktion EVP/glp. Mit der Aufhebung von Sonderbauvorschriften könne das SRO nun das bauen, was es brauche. «Das Ja zur Überbauungsordnung ist damit auch ein Ja zum SRO.» Pierre Masson, Fraktionssprecher SP/GL vertrat eine ähnliche Meinung: «Ein zeitgemässer Ausbau ist wichtig.»

Die Vorlage, ohne deren Annahme das SRO die angekündigte zweite Etappe der Sanierung (az Langenthaler Tagblatt berichtete) nicht vollziehen kann, fand auch im bürgerlichen Lager keine Opposition. Zu wichtig ist das SRO für die Stadt und zu gut war offenbar die ÜO ausgearbeitet. «Das Gesundheitswesen wird immer teurer. Die ÜO ist eine gute Grundlage für ein effizientes Arbeiten im SRO», macht Stefan Grossenbacher für die SVP gar Hoffnungen auf künftige Einsparungen.

Parkgarage könnte Thema werden

Einstimmig wurde die neue ÜO genehmigt. Diese sieht im Wesentlichen eine Vergrösserung des Wirkungsbereiches vor. Zum bisherigen Geltungsbereich sind im Westen Land bis zur Grünzone entlang der Langete und angrenzend südwestlich etwas Land sowie die Liegenschaft St. Urbanstrasse 79 nördlich der Waldhofstrasse hinzugekommen. Letztere befindet sich im Besitz des SRO. Das ehemalige Schwesternwohnhaus St. Urbanstrasse 77 bleibt ein schützenswertes Gebäude.

Im Weiteren prägen vier Baufelder die ÜO. Das grösste ist das Baufeld S. Es umfasst den gesamten Spielraum für bestehende und zukünftige Spitalbauten mit begrenzter Höhe. In dieses Baufeld S hinein greift das Baufeld B, das das Bettenhochhaus und dessen geplante Erweiterung umfasst. Das Baufeld H entspricht der bestehenden Heizzentrale und zusätzlich einer möglichen Erweiterung an der St. Urbanstrasse 79. Und das Baufeld P definiert die heutige Parkieranlage und allenfalls künftige, unterirdische Parkieranlage.

Hier bat Helena Morgenthaler (SVP) namens der Geschäftsprüfungskommission den Gemeinderat darum, eine Beteiligung der Stadt bei einer Parkgarage anzustreben. Der Helikopterlandeplatz soll künftig auf dem Dach der geplanten Erweiterung des Bettenhochhauses realisiert werden. Heute landen Helikopter an der Waldhofstrasse, die jeweils gesperrt werden muss. Die ÜO sieht eine Grünflächenziffer von 0,2 vor. Das sind mindestens 7900 Quadratmeter bei einer anrechenbaren Gesamtfläche von 37300 Quadratmeter.

Das SRO hat einen mehrphasigen Masterplan für die nächsten 20 Jahre entworfen. Die erste Phase, die die Sanierung des Bettenhochhauses betraf, wurde schon vollzogen. Die
Umsetzung der Phase 2 wurde vom Grossen Rat mit 75 Millionen Franken alimentiert.