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Was hilft bei Schluckstörungen?

Seit längerer Zeit habe ich (83) starken Speichelfluss und Schluckstörungen. Zudemhabe ichMühemit Sprechen. Ich möchte höflich um Rat bitten. R.B. aus E.

Dr. Alexander Tarnutzer Leitender Arzt Neurologie Kantonsspital Baden (KSB)
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Vermehrter Speichel im Mundbereich sowie Schluckstörungen können unterschiedliche Ursachen haben. In diesem Zusammenhang hat die Abklärung der Schluckstörung Priorität, da vermehrter Speichelfluss meist nicht durch eine vermehrte Speichelproduktion bedingt ist; vielmehr ist er die Folge eines verringerten Abschluckens des Speichels. Schluckstörungen können durch eine Störung des Schluckaktes oder durch mechanische Hindernisse im Rachenraum sowie der Speiseröhre verursacht sein. Bei Ersteren betrifft dies oft das Schlucken von Flüssigkeiten, das Probleme bereitet, während bei Letzterem vor allem das Schlucken von Festem erschwert ist. Bei vielen Erkrankungen des Nervensystems können Schluckstörungen begleitend auftreten. Dies gilt zum Beispiel für Schlaganfälle, Parkinsonsyndrome oder auch Störungen der neuromuskulären Übertragung wie beispielsweise myasthene Syndrome oder Motoneuronenerkrankungen. Die Abklärung einer Schluckstörung ist aus mehreren Gründen wichtig: Einerseits resultiert eine anhaltende Schluckstörung häufig in einer Gewichtsabnahme und andererseits kann durch «Verschlucken» Nahrung und/ oder Flüssigkeit in die Luftröhre und die Lunge gelangen. Das wiederum kann zu Lungenentzündungen, respektive auch zu akuten Verlegungen der Atemwege führen. Deshalb sollte, wenn immer möglich, die zugrunde liegende Ursache der Schluckstörung behandelt werden. Daneben muss die Nahrungsaufnahme nach entsprechender logopädischer und gegebenenfalls fachärztlicher HNO-Abklärung angepasst werden (z.B. Eindicken von Flüssigkeiten, Pürieren von Festem etc.). Bei vermehrtem Speichel im Mund kann die Speichelproduktion verringert werden. Dies kann im Sinne einer gewollten Nebenwirkung von verschiedenen Medikamenten (z.B. gewissen Antidepressiva) erfolgen oder auch durch eine gezielte Hemmung der Speichelsekretion in den Speicheldrüsen mittels Botulinumtoxinbehandlung.

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