Ratgeber Gesundheit
Was hilft bei der Raucherentwöhnung?

Ich (56) rauche seit über 30 Jahren, heute nur noch etwa ein Päckchen pro Woche. Ich schaffe es aber nicht, die Finger ganz von den Zigis zu lassen, dabei habe ich schon alles Mögliche probiert, sogar Hypnose. Was könnte noch helfen? Oder ist es vielleicht gar nicht so schlimm, wenn ich nur wenig rauche . . .?

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Gesundheit Aargau
Bettina Börner Pneumologie und Schlafmedizin, Rauchstoppberatung KSA

Bettina Börner Pneumologie und Schlafmedizin, Rauchstoppberatung KSA

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Jeder Tabakkonsum kann Folgeerkrankungen verursachen. Wenige Zigaretten pro Tag sind statistisch gesehen ebenso schädlich wie viele Zigaretten. Das Wichtigste zu wissen ist, dass jeder Raucher anders ist. Jeder hat andere Gründe, um mit dem Rauchen aufzuhören (Gesundheit, Geld etc.). Es gibt somit verschiedene Angriffspunkte und Möglichkeiten, einen dauerhaften Rauchstopp zu erzielen. Egal, welchen Weg Sie einschlagen: Unsere Erfahrung zeigt, dass es einen starken Willen und viel Ausdauer braucht, um festgefahrene Gewohnheiten zu verändern. Man muss sich mit der Nikotinsucht auseinandersetzen. Wer viel Geduld aufbringt, kann zum Nichtraucher werden. Sehr hilfreich ist eine grosse Motivation und Bereitschaft, Gewohntes zu ändern. Andernfalls wird es mit dem Rauchstopp schwierig. Rückfälle sind normal. Ein Raucher braucht meist vier bis acht Anläufe, um sich definitiv vom Laster zu befreien. Jeder Rückfall bietet die Möglichkeit, etwas für den nächsten Versuch zu lernen. Gemäss Studien ist die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Ausstiegs zwei- bis dreimal höher, wenn der Rauchstoppversuch von einer intensiven Beratung (über drei bis sechs Monate, evtl. mit einer medikamentösen Unterstützung) begleitet wird. Je besser man auf einen Rauchstopp vorbereitet ist, desto erfolgreicher der Versuch. Viele Raucher stolpern über die Entzugserscheinungen des Nikotins (Schlafmangel, Gereiztheit, Gewichtszunahme, Kopfschmerzen etc). Mit einer professionellen Begleitung sind diese meisterbar. Die Vorteile eines Nikotinstopps zeigen sich relativ rasch. 20 Minuten nach der letzten Zigarette steigt die Sauerstoffzufuhr im Blut, nach 8 Stunden sinkt der Kohlenmonoxid- Gehalt; Geruchs- und Geschmackssinn verfeinern sich. Nach wenigen Monaten gehen Raucherhusten und Atemnot zurück. Und nicht zu vergessen: Am Ende des Monates kann man sich mit dem gesparten Geld etwas gönnen. Leider sind die körperlichen Verbesserungen eher diffuser Natur und schlecht fassbar. Es lohnt sich daher, am Ende eines erfolgreichen rauchfreien Tages, sich auf die Schulter zu klopfen und stolz zu sein. Daher viel Geduld und Motivation!

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