Stadtbummel
Was bleibt

Reto Sperisen
Reto Sperisen
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Am Montag war nichts mehr zu sehen vom «Märetfescht».

Am Montag war nichts mehr zu sehen vom «Märetfescht».

Oliver Menge

Was uns geblieben ist von den letzten Spielen der Schweizer Nati, fragt man sich nach dem Besuch im Public Viewing bei der Rythalle oder am Dornacherplatz. Ganz einfach: spannende Momente, Bangen um den Sieg, viele Kommentare und eine neue Theorie: Märetfescht und Nati-Spiel passen doch zusammen! Gestohlen bleiben kann uns die leidige Diskussion um gewisse Gesten...

Einen bleibenden Eindruck hinterlassen die Kantischüler, die heute Abend in der Sporthalle Zuchwil ihr Maturzeugnis entgegennehmen können. Wie viel vom Schulstoff den nun «reifen Schülern» bleiben wird, steht auf einem anderen Blatt. Auf jeden Fall bleiben diese Jugendlichen vorerst nicht mehr in Solothurn, sondern ziehen in die «grosse weite Welt», um vielleicht eines Tages zurückzukehren.

Und was ist uns vom Märetfescht geblieben? Sonst bleiben immer Spuren übrig: Nach der Fasnacht sieht man noch wochenlang Konfetti zwischen den Pflastersteinen. Nach den Bike Days findet man in der Fegetzallee oder am Herrenweg noch immer die gelben Pfeile am Boden. Nach Abstimmungen hängen die losen Kabelbinder noch monatelang an den Kandelabern der Werkhofstrasse. Und was ist mit dem Märetfescht?

Dranbleiben – hiess es für alle, die einen Stand am Fest hatten, denn dieser muss nach den Festivitäten auch abgebaut werden. Und die Männer vom Werkhof gaben ebenfalls alles, denn bereits am Montag war vom Grossanlass im Stedtli nichts mehr zu sehen – nicht einmal die Fahnen! Die japanisch angehauchten Flaggen (roter Punkt auf weissem Grund) wurden schnell entfernt und es wehen seit Montag bereits neue Flaggen fürs Naturmuseum. Aber, liebe Fahnenmacher, lasst euch gesagt sein: Zu viel Text eignet sich nicht für sich bewegende Fahnen und eine zu kleine Schrift ist ebenfalls ungünstig für Autofahrer auf der Rötibrücke.

Was ist geblieben vom Hüttenzauber auf dem Weissenstein? Ein vierter «Heller Stern», der nachts leuchtet! Was ist geblieben vom Ex Libris? Blanca Dos! Was vom Misteli? Der Egge 14! Was vom Vögele? OVS! Und wenn diese Tage alle Oviesse-Verträge gekündigt werden, so bleibt auch da nichts mehr. Solothurn also als Stadt der Vergänglichkeit? Als Ort, an dem nichts bleibt? Mal schön auf dem Teppich bleiben! So ist es nun auch wieder nicht! Was bei den oben erwähnten Dingen bleibt, sind die Erinnerungen – an alte Zeiten, tolle Momente, schöne Begegnungen, gute Gespräche, Freuden- und andere Tränen, Glücksmomente. Und alles andere – soll im Dunkeln bleiben. Voilà.