Basler Wahlen
Wahlkampf im Web: So peinlich sind die Videos der Basler Politiker

Der Basler Wahlkampf neigt sich dem Ende zu. Internet-Videos sind inzwischen fester Bestandteil der Wahlpropaganda. Ein souveräner Auftritt ist dabei nicht selbstverständlich. Einige Beispiele aus dem Basler Wahlkampf finden Sie hier.

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Wahlkampfvideo der jungen FDP Basel-Stadt

Wahlkampfvideo der jungen FDP Basel-Stadt

youtube

GLP: Ganz nahe an Hollywood

Um noch unentschlossene zur Stimmabgabe zu motivieren, setzen die Grünliberalen auf Dramatik. Es läuft eine Diashow mit Porträtfotos der Kandidaten. Dazu läuft heroische Filmmusik. Immer wieder werden mit Hollywood-würdigen Special-Effects polemische Parolen wie „Deine Wahlcouvert liegt irgendwo..." eingeblendet. Das Highlight des Clips folgt zum Schluss: Die Partei lobt sich selbst mit einem tosenden Applaus.

Jungfreisinnige heben sich von der Konkurrenz ab

In ihrem Wahlvideo wollen die Jungfreisinnigen mit „Einsatz für Basel" punkten. Überraschenderweise nicht mit politischem Einsatz, sondern mit einem wortwörtlichen Sesselsturm.: Zum Boxer-Song „Eye of the Tiger" stählen die Kandidaten in der Innenstadt ihre Muskeln, um danach zu viert die Treppe im Rathaushof zu einem dort platzierten Thron hochzustürmen. Das schlussendliche Gerangel um den einen Sitzplatz ist leider weggeschnitten. Auf ihr Video ist die Junge FDP stolz: „Im Gegensatz zu anderen Parteien haben wir immerhin Inhalte", schreibt die Politikelite von morgen in einem Kommentar auf YouTube.

Baschi Dürr: Mit enormem Elan

Baschi Dürr eifert seinem Namensvetter nach. Mit Hilfe von Bianca-Story Frontmann Elia Rediger toppt er den Popsänger auch locker. Während Rediger eher gehemmt Flügel spielt und drei Sätze gefühlte hundertmal ins Mikrophon trällert, geht Dürr auf seinem Barhocker richtig ab. Er nickt mit dem Kopf, hüpft im Sitzen auf und ab und schmeisst rockige Akkorde auf seiner Ukulele. Nur seine linke Hand, die eigentlich für verschiedene Tonlagen sorgen sollte, bewegt Baschi Dürr nicht.

SP: Staubtrocken

Nach dem eher peinlichen Song für die Nationalratswahlen (siehe unten) hält sich die SP in punkto Video zurück. Der Clip sieht zwar aufwendig produziert aus, ist aber sehr blass. Es fehlt ein innovatives Element und die eher monotone Stimme der Sprecherin macht das Video auch nicht spannender. Mit Blick auf die anderen Filme muss man jedoch sagen: souveräne Leistung.