Gemeindebudget
Vorweihnachtsgeschenk: Oetwil ist ab 1. Dezember schuldenfrei

11,5 Millionen betrug der Schuldenberg der Gemeinde Oetwil noch im Jahr 1999. Nun ist er abgebaut: In wenigen Tagen zahlt die Gemeinde die letzte Million Franken Fremdkapital zurück.

Flurina Dünki
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Jungbürger werden von Paul Studer an der Gemeindeversammlung vorgestellt

Jungbürger werden von Paul Studer an der Gemeindeversammlung vorgestellt

Die Nachricht, dass die Gemeinde Oetwil die letzte Rate seines Fremdkapitals amortisieren wird, bildete den Höhepunkt der Gemeindeversammlung am Dienstagabend. Gemeindepräsident Paul Studer (FDP) sprach gar von einem historischen Tag, der am 1. Dezember durch die Abzahlung der letzten geschuldeten Million begangen wird.

Seit die Gemeinde ihre Finanzbewegungen festhalte, habe sie immer Schulden gehabt, so Studer. Die erste verzeichnete Schuld datiert aus dem Jahr 1900, als Oetwil Fremdkapital von 4000 Franken für die Mitfinanzierung der Limmatkorrektion aufnehmen musste. Bedenke man den damaligen Geldwert und die geringe Anzahl Einwohner, sei dies ein beachtlicher Betrag gewesen. Später habe man vor allem für den Ausbau der Infrastruktur und Landkauf ab den 1950er-Jahren immer wieder Kredite aufnehmen müssen, so der Gemeindepräsident. Im Jahr 1999 betrug der Schuldenberg noch 11,5 Millionen. Mit der Tilgung des letzten Fremdkapitals hat Oetwil nun keine langfristigen verzinslichen Schulden mehr.

Bau der Limmattalstrasse bewegt

Bevor die Gemeindevertreter mit den 60 erschienenen Stimmberechtigten das Ereignis mit Prosecco feierten, mussten jedoch erst die angekündigten Traktanden behandelt werden.Das Budget 2017, das bei Ausgaben von 7,95 Millionen Franken und Einnahmen von 8,03 Millionen einen Gewinn von 77 000 Franken prognostiziert, genehmigten die 60 anwesenden Stimmberechtigten mit nur einer Gegenstimme. Der Steuerfuss der politischen Gemeinde bleibt bei 41 Prozent. Anlass zur Diskussion gaben die im Budget eingestellten Ausgaben von insgesamt 1,05 Millionen Franken für die Sanierung der Limmattalstrasse. Anlass zu einer kurzen Diskussion gab der Investitionsanteil der Gemeinde von 1,05 Millionen Sanierung der Limmattalstrasse, die voraussichtlich 2017 durchgeführt wird. Einigen vom Umbau betroffenen Bewohnern war unklar, wo die Bauausschreibung des Kantons aufgelegen war und dass die Einsprachefrist bereits am 31. Oktober abgelaufen war.

Die Auflösung der Werterhaltungs- und Erneuerungsreserven, die die Tilgung derselben aus dem Budget 2016 zur Folge hat, wurde ohne Gegenstimme angenommen. Den Bericht des Gemeinderats zur Neubewertung der Bilanz gemäss neuem harmonisiertem Rechnungsmodell (HRM2) nahm die Gemeindeversammlung ohne Diskussion zur Kenntnis.

Fahrverbot für Rebacker und Haldenstrasse

Die bevorstehe Sanierung der Limmattalstrasse wurde in einer Anfrage erneut thematisiert. Der Anfragesteller wies auf die Gefahr hin, dass die Rebacker- und Haldenstrasse als Parallelstrassen während der Bauphase mit Schleichverkehr belastet würden und fragte nach der Möglichkeit von Fahrverbotsschildern mit Vermerk "Zubringerdienst gestattet". In derselben Anfrage wurde um die Beschränkung der Parkzeit vor der Haldenstrasse 27 bis 29 gebeten. Die Beschränkung, die bei öffentlichen Parkplätzen vor benachbarten Liegenschaften schon bestünde, würde das dort beobachtete wilde Parkieren einschränken. In der verlesenen Antwort zeigte der Gemeinderat Verständnis für beide Punkte der Anfrage. So werde für die Zeit der Bauphase bei der Kantonspolizei um ein temporäres Fahrverbot für die Rebacker- und Haldenstrasse ersucht. Wegen der nachgewiesenen Verschärfung des Wildparkierens in der Haldenstrasse würde auch der Antrag zur Parkzeitbeschränkung ernsthaft geprüft.

Zum ersten Mal hatten elf Jungbürger am Dienstag ihre Stimme abgegeben, die zum Ende der Versammlung vom Gemeindepräsident persönlich begrüsst und vorgestellt wurden. Er habe bei der Erklärung des Budgets nicht viel verstanden, auch die vielen gewünschten Fahrverbotsschilder seien etwas verwirrend gewesen, sagte einer der Jungbürger. Am Ende sei es ihm dann aber klar geworden.