Melchnau
Vor einem Jahr überschwemmte der Dorfbach Melchnau

Genau vor einem Jahr kämpften verschiedene Gemeinden im Oberaargau gegen das Hochwasser. Vor allem in Melchnau hatte die Feuerwehr Grünenberg viel zu tun.

Irmgard Bayard
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Überschwemmung in Melchnau am 29. Juli 2010

Überschwemmung in Melchnau am 29. Juli 2010

Keystone

Es war der 27. Juli 2010, also genau vor einem Jahr, als im Oberaargau starke Regenfälle Strassen, Keller und Wohnungen überfluteten. Stark betroffen war die Gemeinde Melchnau. Dort war der Dorfbach über die Ufer getreten und überschwemmte das Dorf.

Wie sind die Betroffenen von damals mit dem Hochwasser umgegangen und vor allem, was haben sie seither unternommen, um dagegen gefeit zu sein? Die Gemeindeverwaltung hat bereits Ende August eine Arbeitsgruppe zur Überprüfung von Hochwasserschutzmassnahmen eingesetzt. «Ein Projekt ist noch nicht vorhanden», sagt Gemeindeschreiber Martin Heiniger. Hingegen wurde ein Projektkredit in der Höhe von 85000 Franken gesprochen.

Einige berichte liegen vor

Einige Berichte liegen bereits vor, in denen man die Erkenntnisse des grossen Unwetters von 2007 zusammengestellt hat. Diese zeigten auf, dass zum Beispiel eine Gerinne-Vertiefung nicht infrage kommt, weil die Ufermauern nicht tief genug fundiert sind. Aber auch, dass eine Bachverbreiterung kaum realisiert werden kann, einerseits wegen baulicher Beschränkungen, andererseits wegen der unterschiedlichen Besitzverhältnisse. Eine auf Hochwasserschutz spezialisierte Berner Firma ist gemäss Heiniger daran, Kosten und Wirkungen verschiedener Massnahmen zu prüfen. Diese Daten dienen dann als Grundlage für das Projekt. Heiniger rechnet bis Ende Jahr mit konkreten Details.

Die Dorfmetzgerei war stark vom Hochwasser betroffen. «Wir haben danach die Lichtschächte geschlossen», nennt Susanna Niklaus eine Massnahme, die sie umgesetzt haben. Die Zierbanden mussten einem Teerbelag bis zum Haus weichen. «Jetzt sollten wir eigentlich geschützt sein.» Ein erster Test wäre beinahe vorgestern möglich gewesen. «Es regnete kurz aber heftig, sodass wir schon auf Hochwasser gefasst waren», sagt die Geschäftsfrau. Glücklicherweise habe es aber schnell wieder aufgehört zu regnen.

Landi war «gut vorbereitet»

Weniger betroffen war die Landi Melchnau. «Wir waren relativ gut vorbereitet», sagt Peter Stalder, Vorsitzender der Geschäftsleitung Agrar bei der Landi. Sie hätten bereits beim Bau an Wasserwehren und Stützmauern gedacht. Als «nicht so schlimm» bezeichnet Martina Trachsler vom Volg in Melchnau die Schäden vor einem Jahr.

«Im Keller hatte es etwa 10 Zentimeter Wasser», sagt sie. «Weil wir aber am Boden nichts lagern, ging auch kaum etwas kaputt.» Wenig bis nichts genützt haben gemäss Trachsel die vorbereiteten Sandsäcke. Der Eingang sei zu schmal. Ihre Erkenntnis: «Wir versuchen es künftig mit Brettern.»

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