Eriswil
«Von Bäuerinnen verwöhnt»: Ein Klauenpfleger über seinen Beruf

Die Ahornalp oberhalb Eriswil bot den würdigen Rahmen für die Jubiläumsfeier «50 Jahre Bernische Klauenpfleger-Vereinigung». Mit Blick aufs Luzerner Hinterland und die Innerschweizer Berge konnte OK-Präsident Werner Gfeller 70 Teilnehmer begrüssen.

Ulrich Steiner
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OK-Präsi Werner Gfeller.

OK-Präsi Werner Gfeller.

uss

Für die passende Unterhaltung sorgte das «Steinmanndli-Chörli».

Auf Initiative von Rudolf Wenger aus Herzogenbuchsee gründeten vor 50 Jahren 18 Klauenpfleger die Bernische Klauenpfleger-Vereinigung. Das Ziel war eine bessere Aus- und Weiterbildung sowie die Interessenvertretung gegen aussen. 1968 traten 28 Kandidaten zur ersten Klauenpfleger-Lehrmeisterprüfung an. In den 1970er-Jahren sorgten die Winkelschleifer für kontroverse Diskussionen. An der BEA wurde dem Publikum fachgerechte Klauenpflege demonstriert. Dank der finanziellen Unterstützung durch die ökonomische und Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Bern (OGG) konnten Kurse an landwirtschaftlichen Schulen und in der viehwirtschaftlichen Beratung angeboten werden.

1993 übernahm Peter Zumbach das Präsidium. Zusammen mit Hans Hofer vom Tierspital leistet er in Rumänien Klauenpfleger-Entwicklungshilfe.

Vom «schönsten Beruf der Welt»

Vor zehn Jahren wurden Modul- und Grundkurse sowie Profiprüfungen eingeführt. Als Premiere absolvierten kürzlich zwei Frauen die Ausbildung und traten der Vereinigung bei. Heute sind die Mutterkühe (Unfallgefahr) und die Medikamente (Vorschriften) eine grosse Herausforderung.

Unter den Gratulanten war auch OGG-Präsident Simon Bichsel. Er bezeichnete die Klauenpfleger als ehrenwerte Handwerker mit hohen tiermedizinischen und kommunikativen Anforderungen.

Diese Fähigkeiten hatte Hans Grossenbacher (76) aus Ochlenberg bestimmt. Er war das einzige anwesende Gründungsmitglied. In seiner 40-jährigen Aktivzeit ging er auch in die Ajoie, ins Laufental und – als besondere Herausforderung – in die KB-Station (künstliche Befruchtung) Neuenburg auf die Stör. «Am Anfang gab es für die harte Arbeit mit der Hauklinge und ohne Klauenstand pro Stück zwei Franken Lohn», erinnerte sich Grossenbacher. «Klauenpfleger ist der schönste Beruf der Welt. Wir können unsere Arbeitgeber selber aussuchen, werden von den Bäuerinnen verwöhnt und haben jeden Abend den Lohn bar in der Tasche», lautete sein positives Fazit.

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