Langenthal
Vom Veloschuppen in die Markthalle

Seit 20 Jahren ist die Gaudi-Bar ein Treffpunkt an der Langenthaler Fasnacht. Organisiert wird sie von einer kleinen Gruppe begeisterter Fasnächtler. Sie erinnern sich genau an die Anfänge der Gaudi-Bar zurück.

Tobias Granwehr
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In der Gaudi-Bar in der Markthalle findet unter anderem auch die Kinderfasnacht statt.Archiv/bar

In der Gaudi-Bar in der Markthalle findet unter anderem auch die Kinderfasnacht statt.Archiv/bar

Die Gaudi-Bar in der Markthalle hat sich in den vergangenen Jahren für viele Fasnächtler zu einem veritablen Treffpunkt entwickelt. Während der Narrenzeit ist die Bar ein wichtiger Ort für die Guggenmusiken. Und jeweils am Samstagabend steigt in der Gaudi-Bar die grösste Fasnachtsparty – sieht man einmal vom Guggenspektakel in der Marktgasse ab.

Organisiert wird die Gaudi-Bar von einer kleinen Gruppe begeisterter Fasnächtler. Angeführt wird sie von Beatrice und Hanspeter Hulliger, Hanspeter Gerber und Harry Kissling. Sie erinnern sich genau an die Anfänge der Gaudi-Bar zurück, ebenso an die vielen Wechsel der Lokalitäten. Sie sind vier der ursprünglich sechs Gründungsmitglieder der Bar. Das zeigt: Der Zusammenhalt der Organisatoren ist eng. Die Idee für die Bar entstand gemäss Hulliger gar nicht an der Fasnacht. Für die 700-Jahr-Feier der Schweiz 1991 wurde auch in Langenthal ein Fest organisiert. Einige Mitglieder des Modellrennsport-Clubs Langenthal stellten für das Fest eine Bar auf die Beine. Dadurch seien sie auf die Idee gekommen, die Fasnacht mit ihrer Bar zu bereichern.

Markthalle zu gross?

So suchte die Gruppe ein geeignetes Lokal für eine Bar während der Narrenzeit. Auf dem jetzigen Parkplatz im Hübeli hinter der UBS sei damals noch eine alte Baracke gestanden, sagt Kissling und erinnert sich: «Wir organisierten die Bar zweimal dort, dann wurde der Veloschuppen abgebrochen.» So suchten die Fasnächtler nach einem neuen Lokal. Nur unweit entfernt des heutigen Parkplatzes, wo sich jetzt der Laden Kornblume befindet, gab es damals noch zwei Garagen. Dorthin wurde die Gaudi-Bar verlegt. Doch auch das sei nur eine Lösung auf Zeit gewesen, sagt Hulliger. Die Garagen wurden ebenfalls abgebrochen. Es folgte der Umzug ins Lokal des heutigen Restaurants La Piazzetta. Weil immer mehr Leute in die Bar gekommen seien und weil auch dieser Raum wegen bevorstehender Umbauarbeiten nur einmal genutzt werden konnte, musste schon wieder eine neue Lösung her. Schliesslich fragten die Organisatoren bei der Stadt, ob sie einen Teil der Markthalle für die Bar mieten könnten. «Wir waren zu Beginn zwar noch etwas skeptisch, weil die Markthalle nicht direkt im Zentrum liegt und uns die Räumlichkeiten viel zu gross vorkamen», sagt Kissling. Doch diese Bedenken seien schnell beseitigt gewesen. Die Zeit verging rasch und plötzlich feierte die Gruppe in der Markthalle das zehnjährige Bestehen der Gaudi-Bar. Zu diesem Jubiläum nahmen sie sogar am Umzug teil, zusammen mit den «Vändiulüftern», die heuer ebenfalls ihr
20-Jahr-Jubiläum feiern.

Nicht nur die Lokalitäten und die Grösse der Bar veränderten sich, sondern auch das Programm. «Zusammen mit der Langenthaler Fasnachtsgesellschaft begannen wir, den Betrieb auszubauen», sagt Hulliger. Mittlerweile organisieren sie die I-Guggete für jene Guggen, die nicht am Gönnerabend teilnehmen. Auch an der Kinderfasnacht am Montagmorgen hilft das Gaudi-Bar-Team mit. Am Samstagabend entstand zudem eine richtige Fasnachtsparty. Dafür stehen bis zu 30 freiwillige Helferinnen und Helfer im Einsatz. «Das sind grösstenteils Leute aus dem Umfeld des Organisationsteams», so Hulliger.

Zutritt neu erst ab 18 Jahren

Dass die Party am Samstag nicht mehr viel mit Fasnacht zu tun hat, bestreiten die beiden vehement. Für solche Aussagen habe er kein Verständnis, sagt Hulliger. Natürlich sei es eine Party, aber es gebe immer Auftritte der Guggen. Kissling ergänzt: Etwa 80 Prozent der Gäste seien kostümiert. Bei Partys mit so vielen Besuchern könne es immer Probleme geben, «dafür haben wir Securitys engagiert – und das schon seit
15 Jahren», sagt Hulliger. Wichtig ist den Beiden eine professionelle Eingangskontrolle. In den vergangenen Jahren arbeitete die Gaudi-Bar mit verschiedenen Armbändeln: solche für die 16- bis 18-Jährigen und solche für die Älteren. Ab diesem Jahr liegt das Zutrittsalter bei 18 Jahren. Ganz glücklich seien sie damit nicht, sagt Kissling. «Wieso sollen wir die Jüngeren aussperren? Sie gehen ja ohnehin an die Fasnacht.» Das Eintrittsalter wurde gemäss Hulliger jedoch auf Wunsch der Langenthaler Sicherheitsbehörden auf 18 Jahre erhöht.

Klar, der Aufwand für den Betrieb der Gaudi-Bar werde immer grösser. Das persönliche Engagement der Organisatoren sei schon an der Grenze, «aber wir haben nach wie vor das Gaudi», sagt Hulliger. Viele Gäste kämen jedes Jahr in die Bar. Darüber freuen sie sich. «Jetzt lassen wir es erst mal fliegen», sagt er in Anspielung auf das Fasnachtsmotto «Mir flüüge». Erst danac¢h werde man sich über die Zukunft Gedanken machen.

Das az Langenthaler Tagblatt stellt
verschiedene Cliquen und Guggen mit Jubiläen vor. Bisher erschienen: 40 Jahre Sumpfhühner (10. Februar); 30 Jahre Pouseblooser (16. Februar); 25 Jahre
Horopax (20. Februar).