Niederbipp
Verwirrendes aus dem «Haus Tobias»

Hat die Polizei Heimleiter Paul-E. Cohen bei der Räumung des Heims begünstigt? Cohen will gewissen Äusserungen in einer Mitteilung so nicht mehr publizieren. Offen ist auch, ob er den Schliessungsentscheid doch noch anficht.

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Umstritten: Vorgänge rund ums «Haus Tobias» in Niederbipp. U. Byland Vor Jahren beklagte Missstände im «Haus Tobias» liessen sich bei Untersuchungen nicht erhärten. U. Byland

Umstritten: Vorgänge rund ums «Haus Tobias» in Niederbipp. U. Byland Vor Jahren beklagte Missstände im «Haus Tobias» liessen sich bei Untersuchungen nicht erhärten. U. Byland

Solothurner Zeitung

Auf der Suche «nach Wegen der Aufklärung und Wahrheitsfindung» äusserte sich Paul-E. Cohen, Initiant und Heimleiter des «Hauses Tobias», am Freitag erstmals zu der Schliessung seiner Institution durch den Kanton. Allerdings zog Cohen nach Redaktionsschluss einzelne der schriftlich gemachten Äusserungen wieder zurück. Laut Passagen seiner Medienmitteilung – auf der Homepage wurde inzwischen eine abgeänderte veröffentlicht – könne der Eindruck entstehen, die Kantonspolizei Bern habe ihn bei der Räumung des Heimes an Silvester begünstigt: «Es war aber Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft der Beamten, mich in einer ausserordentlich belastenden Situation nicht im Stich zu lassen.»

«Nicht belegt, vage»

Das schreibt Cohen zu seinem Vorwurf an die Behörden, Polizisten hätten ihm mehrfach auch schriftlich versichert, die Vorwürfe von Ex-Mitarbeiter O.M., die zur Schliessung des Heimes Anlass gaben, würden «als nicht belegt und vage klassifiziert».

Darüber hinaus belegt Paul-E. Cohen seine Versuche, sich beim Kanton per Mail Gehör zu verschaffen. Weil die Schliessungsverfügung auf einen arbeitsrechtlichen Konflikt zurückgehe und die Vorwürfe inzwischen entkräftet worden seien, hoffe er auf wohlwollende Prüfung «solcher Aspekte».

Ficht Cohen Schliessung an?

Ficht Cohen die Schliessungsverfügung an? Das sei noch offen; es könne «da durchaus noch etwas geschehen», hofft er auf Zeichen des kantonalen Alters- und Behindertenamtes.

Der in der Region wohnhafte O.M., der Cohen ferner per Mail drohte, bei Nichtbezahlung von ausstehenden Forderungen von 12496 Franken ein «inzwischen umfangreiches Dossier» zum «Haus Tobias» der Presse zuzuspielen, war für eine Stellungnahme auch gestern nicht erreichbar. (sat)