Kantonalturnfest
Unverzichtbar für Turner-Camping: Turnsachen, Schlafsack und Bier

Vom Einerzelt bis zum komplexen Festzelt: Dank perfekter Organisation bekam jeder auf der bunten Zeltanlage im Balsthaler Moos eine Hausnummer.

Raphael Wermelinger (Text)und Hr. Aeschbacher (Fotos)
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Teil der grossen und lustigen Zeltstadt: Die Gossauer haben sich ein schönes Party-Plätzli eingerichtet.

Teil der grossen und lustigen Zeltstadt: Die Gossauer haben sich ein schönes Party-Plätzli eingerichtet.

«Eine solche Ordnung und eine derart gute Organisation habe ich auf einem Zeltplatz bei einem Turnfest noch nie vorgefunden», stellte Hans Stuber auf seinem Rundgang fest. Der Bauchef des Solothurner Kantonalturnfests 2012 spricht aus Erfahrung. Es ist nicht das erste Turnfest, bei dem er in Sachen Infrastruktur seine Finger im Spiel hat.

Tatsächlich präsentiert sich die Zeltstadt auf dem Balsthaler Moos am Samstagmorgen sehr überschaubar. Das Feld wurde im Voraus in quadratische Parzellen eingeteilt. Die Vereine mussten sich bei den Organisatoren im Vorfeld melden und den Platz reservieren. Laut Stuber haben die Veranstalter aber auch dafür gesorgt, dass auch die spontanen Camper, die sich nicht angekündigt hatten, einen Platz für ihr Lager fanden.

Von grosszügig bis absolut mini

Auf dem Zeltplatz gibt es die unterschiedlichsten Behausungen zu bestaunen. Die Mehrzahl bilden die einfachen Einer- und Zweierzelte in allen Farbvariationen, die man auch an den Musik-Open-Airs in Massen antrifft. Einige Vereine waren dagegen sehr kreativ: So hat beispielsweise das errichtete Festzelt der Turnerinnen und Turner aus Wangen schon beinahe den Namen Baukomplex verdient. In kuschliger Atmosphäre bietet dieses Werk Platz für mindestens zwanzig Personen. Sehr komfortabel richteten sich auch die Trimbacher ein: So wurde im Innern ihrer Behausung gleich noch ein Teppichboden verlegt.

Von diesen Annehmlichkeiten können die drei jungen Männer Rainer, Fabian und Manuel vom TV Erschwil nur träumen. Ihr Zelt gehört zum ersten, der kargeren Sorte. Das Einsteigen in die enge Schlafstätte kommt einem Kraftakt mit vielen Verrenkungen gleich. Wie bei den Open Airs gehört das Zelten ihrer Meinung nach auch an einem Turnfest einfach dazu. Sie hätten sich auch mit einem Massenlager in einer Turnhalle oder Ähnlichem zufriedengegeben. Aber bei herrlichem Sonnenschein geniessen sie das Draussen-Schlafen. Zum Einschlafen kommen die Drei nach eigenen Einschätzungen, und wie es die Erfahrung vom letzten Wochenende beweist, nicht vor 4 Uhr am Morgen. Auf die Frage, welche Utensilien beim Zelten unverzichtbar seien, meinen sie einstimmig: Turnsachen, Schlafsack und Bier.

Reinlichkeit im Schlafquartier

Auch für musikalische Unterhaltung ist zur Genüge gesorgt. Hält man sich im Zentrum der Zeltstadt auf, schallen einem aus allen Richtungen die unterschiedlichsten Musikstile entgegen und vermischen sich im Kopf zu einem Melodien- und Bässe-Wirrwarr. Und der Nachschub rollt auch schon an. Die Strecke von der Bahnhaltestelle Thalbrücke zum Moos gleicht mittags einem Pilgerweg. Immer mehr Vereine strömen bewaffnet mit Zelten, Sonnenschirmen, Schlafsäcken und Lautsprecher-Boxen Richtung Zeltplatz. In Bezug auf die Nachtruhe blieb zu hoffen, dass die Menschenmasse für die einzige Überflutung des Zeltplatzes sorgte. Nicht alle Unterschlupfe machten einen allwettertauglichen Eindruck.

In Sachen Ordnung und Sauberkeit muss man übrigens neben den Organisatoren auch den Nächtigenden ein Lob aussprechen. Die Turner scheinen ein reinliches Volk zu sein, die an Open Airs üblichen Abfall-Berge waren auf dem Balsthaler Moos nicht auszumachen.

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