Projektwoche «Start Up Kids»: Kinder entwickeln eine Geschäftsidee
Unternehmerisches Gen im Blut

Niclas hat genaue Vorstellungen, wie der Hightech-Rucksack der Zukunft aussehen muss, Laila ist überzeugt, dass die Nachfrage nach einer Kinder-Kochschule für gesundes Essen immer grösser wird, und Johanna und Paula nähen aus alten Kleidern praktische Einkaufstaschen. Die unternehmerische Zukunft des Aargaus scheint gesichert.

Helen Dietsche
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«Start Up Kids»: Für Kinder und die Coaches eine tolle Erfahrung.

«Start Up Kids»: Für Kinder und die Coaches eine tolle Erfahrung.

Zur Verfügung gestellt

Neunzehn Mädchen und Buben aus dem Kanton Aargau sitzen im Mühlbergsaal im Naturama in Aarau. Statt in der letzten Ferienwoche in der Badi herumzutollen, machen sie sich im Rahmen der vom Kanton Aargau organisierten Projektwoche «Start Up Kids» ernsthafte Gedanken darüber, wie sie eine Geschäftsidee erfolgreich am Markt etablieren können. Sie sind zwischen neun und zwölf Jahre alt, voller Energie, und: Sie glauben an ihren Erfolg.
Kompromisse machen
Nicht alle der eingereichten Projektideen werden in der erstmals durchgeführten Projektwoche «Start Up Kids» weiterentwickelt. Für einen grossen Teil der Teilnehmenden ein schwieriger Moment, weil sie sich von der eigenen Geschäftsidee verabschieden und sich einem der ausgewählten Projekte anschliessen müssen. Niclas schliesst sich dem Team von Johanna und Paula an. «Taschen und Rucksäcke haben viel Gemeinsames – wenn die Taschen erfolgreich sind, können wir das Sortiment ja mit meinen Rucksäcken erweitern.» Auch die Kochschule von Laila muss weichen – das gesunde Znüni macht das Rennen: «Kein Problem, ich lege meine Geschäftsidee vorläufig auf Eis – als Produktentwicklerin von gesunden Riegeln kann ich meiner Leidenschaft, dem Kochen und Backen, auch nachgehen.» Bereits am Montagnachmittag stecken die Kinder in ihren Gruppen gemeinsam mit den Coaches die Köpfe zusammen, eruieren nötige und vorhandene Kompetenzen und verteilen die Rollen in ihrem Unternehmen.
Businessplan light
Als Arbeitsgrundlage dient ein vereinfachter Businessplan. In fünf Schritten wird darin erklärt, wie das Fundament einer erfolgreichen Firma entsteht. Neben dem Firmennamen werden die Zielgruppen definiert, die möglichen Verkaufskanäle und passenden Werbemassnahmen besprochen, benötigte Infrastrukturen und Materialbedarf diskutiert und es werden Möglichkeiten gesucht, das nötige Startkapital zu beschaffen.

Parat zum Probieren: «Sunne-Snäck-Riegel» mit Apfel-Zimt Aroma.

Parat zum Probieren: «Sunne-Snäck-Riegel» mit Apfel-Zimt Aroma.

Zur Verfügung gestellt

Erfolge feiern, Misserfolge wegstecken
Die Projektwoche ist gespickt mit unterschiedlichen Gefässen. Spielerisch wird der Teamgeist gefördert, und die gemeinsamen Mittagessen regen den Erfahrungsaustausch an. In interessanten Vorträgen erfahren die zukünftigen Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer, dass Misserfolge stark machen, Neid und Missgunst ignoriert werden sollen und konstruktive Kritik sehr wertvoll ist. Nach dem Referat der «Törtlifee» Eliane Rohr aus Suhr packt die Firma «Sunne-Snäck» – so heisst inzwischen die Firma, die den gesunden Znüni-Riegel herstellt – die Gelegenheit beim Schopf: «Wir zeigen der «Törtlifee» das Rezept für den ersten Riegel. Sie hat so viel Erfahrung, davon können wir sicher profitieren», ist Produktentwicklerin Laila überzeugt und macht sich sofort an die Überarbeitung des Rezeptes.