Ratgeber Gesundheit
Unregelmässiger Puls

Ich habe wegen Morbus Basedow unregelmässigen Puls. Ist das problematisch? Und was ist der Unterschied zu Herzrhythmusstörungen? Frau M. G. aus K.

Urs Hufschmid, Leitender Arzt Kardiologie, Kantonsspital Baden KSB
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Gesundheit Aargau

Das Herz wird über elektrische Impulse gesteuert. Der Sinusknoten, ein Bereich im rechten Vorhof, ist der Taktgeber. Der von ihm injizierte Impuls wird zunächst auf beide Vorhöfe übergeleitet; diese kontrahieren sich, und Blut wird in die Hauptkammern des Herzens gepumpt. Der elektrische Impuls
wird nun weiter in die Hauptkammern geführt. Das Blut wird von der rechten Seite in die Lungen und von links in den Körper ausgeworfen. Diese regelmässige elektrische Abfolge wird Sinusrhythmus genannt. Ein normaler Sinusrhythmus schlägt in Ruhe zwischen 50- und 90-mal pro Minute. Bei Anstrengung erhöht sich die Taktfrequenz.

Neben dem Sinusknoten hat jedes Herz zusätzliche Areale, die als weitere Taktgeber fungieren können. Wird ein zusätzlicher Impuls abgegeben, führt dies zu einem Extraschlag ausserhalb des normalen Taktes. Extraschläge («Extrasystolen») führen so zu einem kurzen «Herzstolpern». Meist harmlos.

Wenn es sich nicht mehr um einzelne Schläge, sondern um mehrere aufeinanderfolgende Impulse handelt, führt dies zu meist schnellen, regelmässigen oder unregelmässigen Herzrhythmusstörungen, die je nach Frequenz, Dauer und Ursprung des Impulses als unangenehm empfunden werden, behandlungsbedürftig oder gar gefährlich sein können. Herzrhythmusstörungen treten sowohl im Rahmen von Herzerkrankung auf als auch von systemischen Erkrankungen wie schweren Infekten oder hormonellen Störungen, wie dies der Morbus Basedow ist. Die häufigste Rhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. In den Vorhöfen findet ein regelrechter elektrischer Sturm statt, was zu einem zu schnellen, arrhythmischen Puls führt. Der flimmernde Vorhof kontrahiert sich selbst nicht mehr, was einen Stillstand des Blutes und somit Bildung von Blutgerinnsel zur Folge hat. Eine medikamentöse Blutverdünnung ist daher notwendig. Dauert eine solche Episode an, kann medikamentös oder durch Verabreichung eines elektrischen Schocks wieder ein Sinusrhythmus
erreicht werden. Beim wiederholten Vorhofflimmern kann auch mittels einer Verödung von krankhaften Leitungsbahnen (Katheterablation) eine Verbesserung erreicht werden.
Wichtig zu wissen: Jedes Herz stolpert gelegentlich. Häufige schnelle und unregelmässige Rhythmusstörungen sollten jedoch von einer Fachperson abgeklärt werden.