Fahrweid
Umlegung der Niederholzstrasse: Anwohner drängen auf einen früheren Baustart

Der Kanton will mit der Umlegung der Niederholzstrasse ab 2020 beginnen – zu spät, findet der Quartierverein und wird beim Regierungsrat vorstellig

Alex Rudolf
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Durch ein neues Verkehrsregime soll die Fahrweidstrasse vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Durch ein neues Verkehrsregime soll die Fahrweidstrasse vom Durchgangsverkehr entlastet werden.

Sandro Zimmerli

Die Umlegung der Niederholzstrasse ist beschlossene Sache: Ab 2020 soll sie beginnen. Den Bewohnern der Fahrweid ist das zu spät. In einem markigen Schreiben an das kantonale Tiefbauamt und an Regierungsrätin Carmen Walker Späh (FDP) pocht Hans-Ulrich Furrer, Präsident des Quartiervereins, auf einen früheren Baustart.

Vor knapp einem Jahr stellten der Kanton und die beiden Gemeinden Weiningen und Geroldswil die Pläne vor, wie die Fahrweid dereinst vom Verkehr entlastet werden soll – durch die Verlegung der Niederholzstrasse. Diese mündet derzeit beim Kreisel bei der Limmatbrücke in die Überlandstrasse. Neu soll dieser Knoten Richtung Osten auf die Höhe des Kieswerks Hardwald verschoben werden. Damit wird eine Idee umgesetzt, die bereits vor drei Dekaden geboren wurde.

Die Niederholzstrasse soll neu durch das Gebiet Hardwald geführt werden (gestrichelte Linie).

Die Niederholzstrasse soll neu durch das Gebiet Hardwald geführt werden (gestrichelte Linie).

Zur Verfügung gestellt

Zwei Briefe verfasst

Das neue Verkehrskonzept stiess bei den Quartierbewohnern auf viel Akzeptanz. Bei der Präsentation des neuen Verkehrsregimes gaben die Verantwortlichen vom Amt für Verkehr bekannt, dass von der Volkswirtschaftsdirektion bereits ein Projektauftrag erteilt worden sei. Das heisst, dass sich das Tiefbauamt an die Ausarbeitung eines Vorprojekt machte. Unter Einbezug der Planauflage mit Einsprachemöglichkeiten der Anwohner rechnete das Tiefbauamt mit einem Baustart im Jahr 2020.

Dem Quartierverein ist das zu spät. In einem an Felix Muff, Chef des Tiefbauamts adressierten Schreiben vom 12. Februar verschafft Furrer seinem Ärger Luft: «Ernst Stocker wies im Jahr 2012 bereits darauf hin, dass das Projekt auf gutem Weg sei», schreibt er. Dass nun erst 2020 mit den Arbeiten begonnen werden soll, könne und wolle der Quartierverein nicht akzeptieren. «Wir sind überzeugt, dass es mit etwas gutem Willen und speditiver Abwicklung (...) durchaus machbar wäre, im 2018 mit den Arbeiten zu beginnen», so Furrer.

Im Antwortschreiben von Felix Muff, das der Limmattaler Zeitung vorliegt, verweist dieser darauf, dass es nicht vertretbar sei, einen früheren Baubeginn zu kommunizieren und diesen dann nicht einhalten zu können. Dabei stütze er sich auf Erfahrungswerte von Projekten mit ähnlichen Bauvolumen. «Sollte sich aber – aus welchen Umständen auch immer – ein früherer Baubeginn abzeichnen, können wir Ihnen versichern, dass dieser auch wahrgenommen wird», schreibt Muff.

Für Furrer ist diese Antwort «nicht nachvollziehbar und in keiner Weise befriedigend». So formulierte er es in einem neuen Brief, den er Anfang März direkt an die zuständige Regierungsrätin Carmen Walker Späh sandte. Furrer ärgert sich vor allem darüber, dass in Schlieren und Dietikon andere flankierende Massnahmen zum Bau der Limmattalbahn bereits ab 2017 starten sollen, mit der Niederholzstrasse jedoch zugewartet wird.

Ihm und dem Quartierverein fehle das Vertrauen in den Kanton, sagt Furrer auf Anfrage. «Uns wird bereits seit Jahren eine schnelle Lösung versprochen, deren Umsetzung stets weiter und weiter in die Zukunft verschoben wird.» Es würde ihn nicht wundern, wenn der Kanton noch länger als 2020 mit der Umsetzung zuwarten würde. «Dem Kanton muss klar sein, dass wir das nicht mit uns machen lassen.» Eine Antwort der Regierungsrätin blieb bisher aus.

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