Zürich
Umfrage zeigt: Zürcher Schulleiter sind überlastet

Nicht nur die Lehrerinnen und Lehrer im Kanton Zürich sind überlastet, auch die Schulleitenden arbeiten offenbar zu viel. Manche seien sogar nicht einmal mehr in der Lage, ihre Aufgabe vollumfänglich wahrzunehmen.

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Zürcher Schulleiter sind oft überlastet

Zürcher Schulleiter sind oft überlastet

Keystone

Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter (VSLZH) hat seine Mitglieder zu ihrer beruflichen Situation befragt und ist von den Ergebnissen alarmiert. Die Resultate würden grosse Besorgnis auslösen, teilte der VSLZH am Donnerstag mit.

Rund ein Viertel der Schulleiter hätten ein Pensum, das als gesundheitsgefährdend bezeichnet werden könne. Die für diese Funktion nötige Arbeitszeit habe man vor 14 Jahren berechnet, als diese Funktion eingeführt worden sei, sagte VSLZH-Präsident Peter Gerber auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

In der Zwischenzeit habe sich das schulische Umfeld aber gewandelt. Die Belastung für die Schulleitenden sei deutlich gestiegen. Oft blieben sie mit ihren Problemen alleine, da sich ihre eigenen Vorgesetzten bei Gemeinde und Kanton nicht darum kümmern würden.

Zunehmende Konflikte

Viele Schulleitende würden ohne Zielvereinbarungen arbeiten, Mitarbeitergespräche gebe es häufig keine, und auch die tatsächliche Arbeitszeit werde oft nur ungenügend erfasst, schreibt der VSLZH. Gemäss Umfrage gibt es deshalb zunehmend Konflikte zwischen Schulleitern und Arbeitgeber.

Der VSLZH ist überzeugt, dass die hohe Belastung und die mangelhafte Führung die Hauptgründe dafür sind, dass es viele Schulleiter nicht lange in dieser Funktion aushalten. Der Arbeitsmarkt sei entsprechend ausgetrocknet.

Der Verband habe den Kanton schon mehrmals auf die Probleme aufmerksam gemacht, dort sehe man jedoch keinen Handlungsbedarf.

An der Umfrage teilnehmen konnten alle der rund 400 VSLZH- Mitglieder. Effektiv auswertbar waren allerdings nur die Arbeitszeit- Angaben von 51 Personen. Der Verband betrachtet die Umfrage dennoch als repräsentativ. Man sei sich aber bewusst, dass die Arbeitgeberseite den Wert der Umfrage nicht anerkennen würden. (sda)