Etziken
«Über d’Fritzeflue»: Russisch in Musik und Sprache

Zur Eröffnung ihres Konzerts vom Wochenende wählte die Musikgesellschaft Etziken unter Ruedi von Arx nicht ohne Grund den Marsch «Über d’Fritzeflue» von Fritz Rickli.

Hans Blaser
Merken
Drucken
Teilen
Wochenend-Konzert der Musikgesellschaft Etziken
8 Bilder
Patrick Culik, Tenorsaxofon
Franz-Josef Lüthi, Tuba
Die MG beim Konzert
Die MG beim Konzert
Bruno Martinelli, Tenorsaxofon
Claudia Wüthrich, Flöte
Das Trompetenregister

Wochenend-Konzert der Musikgesellschaft Etziken

Hans Blaser

Genau diesen Rickli beauftragten die Etziker mit einer Komposition zu ihrer Fahnenweihe anlässlich des Wasserämter Musiktages im Juni. Nach diesem Auftakt waren die Musikanten bereit für eine erste Herausforderung. Die hiess «Concerto d’Amore» und wurde von Jacob de Haan geschrieben. In dieser faszinierenden Komposition verbindet er raffinert verschiedene Musikstile und wechselnde Taktarten miteinander.

Ein weiterer Höhepunkt wurde passend russisch angesagt – wirklich echt russisch. Der Saxofonist Patrick Culik beschäftigt sich in seinem Studium seit fünf Jahren mit der russische Sprache. Er bestritt die Ansage zu «Tchaikovsky’s Greatest Hits» auf Russisch, und Moderatorin Regula Flückiger übernahm die Übersetzung. Damit verstand auch das Publikum, aus welchen Werken des Russen sich der Amerikaner John Moss für sein spannendes Arrangement bediente. Er startete brav und verspielt mit dem b-Moll-Klavierkonzert. Mit dem Marsch aus dem Ballett «Der Nussknacker» und dem Thema aus «Romeo und Julia» berücksichtige er Bühnenwerke. Der «Slawische Marsch» und «Ouverture 1812» mussten ganz einfach dazu. Mit Rolf Lovlands ursprünglich «Silent Story» genannte und als « You Raise Me Up» bekannt gewordener Musik ging die Gesellschaft in die Pause. Stilistisch schloss «Les Humphries in Concert» an.

Weshalb das Medley am Schluss des Programms so gut angekommen ist, wird schon mit dem Titel klar. Natürlich war die Sängerin nicht da – überhaupt keine Sängerin. Der Arrangeur Heinz Briegel schaffte es aber mit «Helene Fischer Live» wenigstens einen Erklärungsversuch für deren Erfolge zu liefern. Die Euphonisten haben die dabei geforderten Höhen in ihren Stimmen gemeistert. Und dass sich die Sängerin und der Arrangeur offenbar um Rechte zanken, waren den Musikanten und dem Publikum komplett egal. Die erste Zugabe, der wirklich tolle Marsch «Marignan» von Jean Daetwyler, war eine nette Geste an die angereisten Walliser eines befreundeten Musikvereins. Den beherrschen die Etziker dank gegenseitigen Besuchen genauso gut wie den «Solothurner Marsch». Den musikalischen Schlussstrich zogen sie mit «Stal Himmel» von Alan Fernie. Die eigene Theatergruppe sorgte danach mit amüsanten Wirren um den Goldenen Ochsen für einen vergnüglichen Abschluss.