Neue Aufgabe
Thomas Rufener: «Kein Amt geht spurlos an einem vorbei»

Stadtpräsident Thomas Rufener ist seit Donnerstag Präsident des Verbands Bernischer Gemeinden (VBG). Er wurde als Nachfolger von Lorenz Hess gewählt. Der BDP-Nationalrat war nach sieben Jahren im Amt zurückgetreten.

Christoph Neuenschwander
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Stadtpräsident und Grossrat Thomas Rufener ist neu auch Präsident des Verbands Bernischer Gemeinden

Stadtpräsident und Grossrat Thomas Rufener ist neu auch Präsident des Verbands Bernischer Gemeinden

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Herr Rufener, Sie sind jetzt der höchste Gemeindepräsident im Kanton Bern. Was bedeutet das für Sie?

Thomas Rufener: Es ist vielleicht etwas vermessen, das so zu sagen. Der Verband steht im Vordergrund. Er hat die Funktion, die Gemeinden möglichst gut zu vertreten, auch gegenüber dem Kanton. Ich will aber nichts herunterspielen. Ich habe eine interessante Aufgabe übernommen. Der VBG hat bei der politischen Meinungsbildung einen hohen Stellenwert.

Haben Sie sich deshalb zur Wahl gestellt?

Ich bin angefragt worden und habe mir die Sache gut überlegt. Vor einem Jahr wurde ich in den Vorstand des VBG gewählt. Für die Kandidatur als Präsident habe ich mich nicht über Nacht entschieden.

Was war denn ausschlaggebend für die Entscheidung?

Meine Haupttätigkeit als Stadtpräsident. Es ist wichtig, dass man eine Lobby hat und gut vertreten ist. Der VBG spielt da eine bedeutende Rolle.

Welche Ziele haben Sie sich als Präsident des Verbandes gesetzt? Was wollen Sie erreichen?

Vorerst will ich meine Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung institutionalisieren. Die Sitzungen sollen immer während der Session des Grossen Rats stattfinden, wenn ich sowieso in Bern bin. So kann ich Synergien nutzen. Dann müssen natürlich gewisse Projekte angegangen werden. Es gilt, die Interessenslage der Gemeinden zu erkennen und zu vertreten. Derzeit sind einige Projekte etwa im Bildungs- oder Sozialbereich auf der Agenda.

Haben Sie Präferenzen? Ein Lieblingsprojekt?

Der Grundsatzentscheid zum Erwachsenen- und Kindesschutz beschäftigt mich momentan stark. Es geht nun darum, den Grundsatzentscheid umzusetzen. Auch die Evaluation der Police Bern ist ein Thema, bei dem der VBG Diskussionspartner ist. Es gäbe noch vieles aufzuzählen. Die Aktivitäten des Verbands sind sehr vielschichtig.

Klingt nach einem hohen Arbeitsaufwand.

Es geht kein Amt spurlos an einem vorbei. Eine gewisse Grundbelastung ist immer da. Der Rest ist abhängig von der Anzahl Projekte und dem Stadium, in dem sie sich befinden.

Ist es für die Langenthaler ein Nachteil, wenn ihr Stadtpräsident ein solches Amt ausübt? Oder überwiegt der Vorteil, dass man stark vertreten ist?

Nun, die Aufgaben des Stadtpräsidenten sind so definiert, dass er nebst städtischen auch regionale Aufgaben erfüllen und als Bindeglied zum Kanton fungieren soll. Das tue ich. Auch im VBG ist ein Bindeglied zum Grossen Rat gefragt. Daher die Rochade im Präsidium. Da Lorenz Hess vergangenes Jahr in den Nationalrat gewählt wurde, ist er nun politisch stärker auf nationaler und weniger auf kantonaler Ebene tätig.

Wie lange wollen Sie im Amt bleiben?

Ich will keine Prognosen machen. Man muss die Situation laufend beurteilen. Ich warte die Langenthaler Gemeindewahlen im Herbst ab. Stadtpräsident will ich maximal zehn Jahre bleiben. Sechs habe ich hinter mir. Mein Amt im VBG ist sicher von meiner Funktion in Langenthal abhängig.

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