Niederbipp
Tempo 30 für das Autobahndorf in Niederbipp

In Niederbipp geht die Post ab. Grossunternehmen buhlen um einen Standort in der Autobahngemeinde, die Einwohnerzahlen steigen jedes Jahr um 100 bis 150 Leute. Auch die Steuereinnahmen sprudeln.

Stefan Aerni
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Tempo 30 für das Doktorsträssli, wo sich die Primarschule befindet ..

Tempo 30 für das Doktorsträssli, wo sich die Primarschule befindet ..

Andrea Marthaler

Die Lage am Lebensnerv Autobahn hat aber auch ihre Schattenseiten. Das einstige Bauerndorf droht vom zunehmenden Verkehr überfahren zu werden. Besonders prekär wird die Situation, wenn es auf der Autobahn zu Unfällen und Staus kommt. Dann flüchten viele von der verstopften Autobahn und versuchen, über die Landstrassen in den Dörfern weiterzukommen. «Der Schleichverkehr ist bei uns ein grosses Problem», klagt Gemeinderat Martin Schönmann (SVP), zuständig für Werke und Strassen gegenüber der Berner Zeitung. Doch jetzt ist Besserung in Sicht. Der Gemeinderat von Niederbipp hat beschlossen, im Dorfkern Tempo 30 einzuführen (derzeit gilt dort 50). Vorgesehen sind vorerst zwei besonders sensible Quartiere:
Zone Doktorsträssli: Dazu gehören unter anderem das erweiterte Bahnhofareal, der Breitsteinweg, Buchenweg, Föhrenweg, Langhagweg, Hagenbuchweg und der Dammweg. Diese Zone ist vom zunehmenden Verkehr vor allem deshalb gefährdet, weil sich in der Nähe das Unter- und Mittelstufenzentrum befindet (mit rund 200 Schulkindern).
Zone Meisenweg: Dazu gehören unter anderem der nördliche Teil des Oberen Sängeliwegs, der Meisenweg, Dornackerweg, Amselweg, Finkenweg, Drosselweg bis zur Steingasse. In dieser Zone befindet sich das Alterszentrum Jurablick (rund 100 Bewohner).
Der Anstoss, diese beiden zentralen Quartiere vom Verkehr zu entlasten, war aus der Ortsplanungskommission heraus gekommen. Der Gemeinderat nahm die Idee dankbar entgegen. «Wir waren uns alle schnell einig, dass diese beiden Quartiere vom zunehmenden Verkehr besser geschützt werden sollen», erklärt Martin Schönmann. Mit relativ wenig Aufwand lasse sich auf diese Weise viel für die Sicherheit der Schulkinder und betagten Leute tun. «Es muss ja nicht immer zuerst etwas passieren.»
Auch Kantonsstrasse wird sicherer
Aber nicht nur die beiden zentralen Quartiere sollen sicherer werden, das gilt auch für die Niederbipper Hauptstrassen. Derzeit plant der Kanton, der für diese Strassen zuständig ist, eine «Umgestaltung» der Bipper Ortsdurchfahrt (az Langenthaler Tagblatt berichtete). Ihren Ursprung haben die Umgestaltungspläne in den wiederholten Unfällen der letzten Jahre. Vor allem folgende zwei Massnahmen sollen dafür sorgen, dass sich die Situation auf den Hauptstrassen für Fussgänger entschärft: Mittelinseln im Bereich von Fussgängerstreifen und die Verlängerung des Trottoirs im Gebiet Buchli bis zur Gemeindegrenze von Oberbipp.
Der Kanton geht davon aus, dass die Bauarbeiten Anfang des nächsten Jahres beginnen können; dann wären sie Ende 2013 fertig. Die Kosten für die Umgestaltung der Ortsdurchfahrt Niederbipp belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Franken. Dafür kommt vollumfänglich der Kanton auf.
Schneller dürften die Tempo-30-Zonen in den Quartieren Doktorsträssli und Meisenweg realisiert werden können. Seit Donnerstag liegen die vom Gemeinderat beschlossenen «verkehrspolizeilichen Massnahmen» in der Gemeindeverwaltung auf. Der federführende Gemeinderat Martin Schönmann ist überzeugt, «dass die Tempo-30-Pläne auch in der Bevölkerung Zustimmung finden und noch dieses Jahr umgesetzt werden können».

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