Kantonsrat
SVP, FDP und CVP wollen beim Ausbau Uni Zürich sparen

Die Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) hat den Kredit von 195 Millionen Franken für die fünfte Bauetappe der Universität Zürich Irchel verabschiedet.

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Blick auf die Uni Zürich-Irchel (Archiv)

Blick auf die Uni Zürich-Irchel (Archiv)

Keystone

Aus finanzpolitischen Gründen beantragen zwei Minderheiten eine Kürzung um 10 beziehungsweise 5 Prozent.

Die bildungs- und standespolitische Bedeutung des Ausbaus sei unbestritten, teilte die KBIK am Mittwoch mit. Die neuen Gebäude schafften Raum für die vollständige Verlegung der universitären Chemie, die heute "unter wenig günstigen Bedingungen" im Altbau von 1978 untergebracht ist.

Gleichzeitig sei das Vorhaben ein "Schlüsselgeschäft für die etappierte und dringliche Gesamtsanierung der ersten und zweiten Bauetappe auf dem Campus Irchel. Nach Abzug der zu erwartenden Kostenbeteiligung des Bundes von rund 30 Millionen Franken verbleibe für den Kanton Zürich ein Nettoaufwand von 165 Millionen Franken.

Hochschulstandort stärken

Mit zeitgemässen Gebäuden und moderner Laborflexibilität werde für die universitäre Chemie eine erhöhte Nutzungsdichte erreicht. Zugleich würden fortschrittliche energetische Zielsetzungen verfolgt. Die Laborflexibilität sei auch bildungspolitisch bedeutsam und spiele bei Berufungen eine wichtige Rolle, heisst es in der Mitteilung der Kommission.

Das Projekt für eine attraktive Hochschul-Chemie, die an der Universität stark auf Medizin und Life Sciences ausgerichtet sei, verschaffe Zürich einen neuen Standortvorteil. Die KBIK erachte die fünfte Bauetappe einhellig als wichtiges und dringliches Vorhaben für die Entwicklung der Universität auf dem Campus Irchel sowie für den Hochschulstandort Zürich insgesamt.

Minderheiten wollen Kredit kürzen

Uneinig war sich die Kommission bei der Höhe des Kredites. Zwei Minderheiten beantragen Kürzungen: Die SVP will den Kredit um 10 Prozent auf 175,5 Millionen Franken kürzen, weil die Kosten nicht auf einem Detailprojekt, sondern auf einem Vorprojekt basierten. Damit seien sicher genügend Reserven eingeplant, um diese Kürzung zu rechtfertigen.

Mit der gleichen Begründung wollen FDP und CVP einen "Mittelweg" beschreiten. Sie wollen den Objektkredit um 5 Prozent auf 185,25 Millionen Franken kürzen. Eine Mehrheit der KBIK (SP, Grüne, GLP, EVP, EDU) erachtet solche Kürzungen als willkürlich und unseriös.

Für den Fall einer 10-prozentigen Kürzung müssten laut Bildungsdirektion und Universität entweder auf die wünschenswerte Laborflexibilität und auf zeitgemässe Energiestandards verzichtet oder aber die Fläche durch den Verzicht auf eine Etage reduziert werden. Die Mehrheit der KBIK beantragt dem Kantonsrat einen unveränderten Objektkredit von 195 Millionen Franken.

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