Halloween
«Süsses oder Saures» – mehr nicht

Halloween Polizei und Gemeinden reagieren auf Sachbeschädigungen vor einem Jahr

Bruno Utz
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«Süsses oder Saures» – mehr nicht

«Süsses oder Saures» – mehr nicht

Solothurner Zeitung

Am Sonntag, am Vorabend von Allerheiligen, ist Halloween. Das via USA aus Irland importierte Fest artete in den letzten Jahren aus: Während hier Kinder und Jugendliche brav von Tür zu Tür gingen und «Süsses oder Saures» verlangten, betätigten sich dort zahlreiche als Vandalen. Denn nicht selten werden aus den netten Geistern böse Monster, wenn sie das Verlangte nicht bekommen: Die Nichtspendefreudigen müssen mit üblen Streichen rechnen.

Aus dem ganzen Kantonsgebiet gingen letztes Jahr bei der Kantonspolizei gut 35 Meldungen über Sachbeschädigungen und Vandalismus ein. An fünf Orten seien Aussenspiegel von Fahrzeugen beschädigt worden. Mehrheitlich seien aber Wasserballone und Eier gegen Gebäude und Fahrzeuge geworfen worden.

Köniz bewacht 16 Schulanlagen

«Nicht alles, was Spass macht, ist auch erlaubt», schreibt der Könizer Gemeinderat und kündigt Massnahmen an. Sämtliche 16 Schul- und Sportanlagen werden laut der Mitteilung bereits am Vortag von Halloween (also heute) und am Halloween-Abend durch den Sicherheitsdienst Broncos Security bewacht. «Weil wir wirklich grosse Schäden hatten. Letztes Jahr besichtigte ich am Morgen nach Halloween in Wabern das Morillon-Schulhaus. Mir bot sich ein erschreckendes Bild», erklärt Gemeinderat Ueli Studer (SVP). Die Beseitigung der Eierreste und Ketchupschmierereien habe mehrere tausend Franken gekostet. «Ich bin nicht mehr bereit, solche Schäden mit Steuergeldern zu bezahlen. Würden Täter erwischt, erstatte Köniz Anzeige. «Das machen wir aber auch durchs Jahr durch so.» Broncos-Patrouillen kommen laut Studer zum Einsatz, weil der Kantonspolizei die Kapazitäten für Überwachungsaufträge fehlten. Studer ortet die Halloween-Blödeleien beim Anlass selber. Studer: «An Halloween dürfen wir das, meinen viele.»

Auch die Stadt Bern reagiert auf die letztjährigen Halloween-Sachbeschädigungen. Der Stadtrat überwies ein vom Gemeinderat unterstütztes CVP-Postultat. Wie darin vereinbart, hätten die Eltern via die Schüler einen Brief samt Flyer erhalten, sagt Martin Albrecht, Generalsekretär der Sicherheitsdirektion. «Wir wollen die Jugendlichen und Eltern sensibilisieren, dass sie selbstverständlich Halloween feiern dürfen, aber dabei gewisse Regel einhalten. Keine Gewalt, keine Sachbeschädigung, keine Verschmutzung und kein Lärm», nennt Albrecht als Vorgaben. Auch würden die Eltern auf die rechtlichen Folgen bei Missachtung der Regeln aufmerksam gemacht.

Patrouillen mit Sicherheitspolizei

Laut Heinz Pfeuti, Sprecher der Kantonspolizei, wurden die Polizeipatrouillen angewiesen, ein besonderes Augenmerk auf Halloween-Ereignisse zu haben. «Und in allen Regionen werden die Patrouillen durch Angehörige der Sicherheitspolizei verstärkt, auch im Oberaargau.» Sachbeschädigungen seien strafbare Handlungen und zögen ein juristisches Verfahren nach sich.