Uster West
«Strasse Uster West»: Kantonsrat stimmt 21-Millionen-Kredit zu

Der Zürcher Kantonsrat hat grünes Licht für 17 «Uster West» gegeben. Mit dem 1,3 Kilometer langen Strassenstück soll das Ustermer Stadtzentrum vom Verkehr entlastet werden. Damit sind vor allem Teile der SP, die Grünen und die GLP unzufrieden.

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Ein Blick in den Kantonsrat Zürich (Archiv)

Ein Blick in den Kantonsrat Zürich (Archiv)

Keystone

Seit sieben Jahren plant der Kanton Zürich das Strassenprojekt "Uster West". Mit dem 21-Millionen-Projekt sollen Anwohner von Verkehrslärm entlastet und die Blechschlangen vor den Bahnschranken an der Zürcher- und Winterthurerstrasse kürzer werden.

Wegen des Bevölkerungswachstums in der Region legte der Autoverkehr in den vergangenen Jahren deutlich zu. Heute fahren pro Tag fast 17'000 Autos durch die drittgrösste Stadt des Kantons Zürich.

Weil gleichzeitig der S-Bahn-Verkehr ausgebaut wurde und die Bahnübergänge häufiger geschlossen sind, stehen viele Autofahrer vor den Barrieren Schlange. Innerhalb einer Stunde sind die Bahnübergänge im Zentrum mittlerweile 45 Minuten lang geschlossen.

Mit dem Geld soll eine Überführung über die SBB-Geleise gebaut werden und die bis anhin stark befahrene Winterthurerstrasse gleichzeitig in Richtung Westen verschoben werden - also raus aus der Stadt. Die bisherige Winterthurerstrasse soll zum Quartiersträsschen abklassiert werden.

Auch parteiintern ist man sich nicht einig

Die Vorlage wurde am Montag mit 127 Ja- zu 45 Nein-Stimmen gutgeheissen. Weil das Strassenbauprojekt der Ausgabenbremse unterstand, mussten mindestens 91 Stimmen erreicht werden. Obwohl dies problemlos erreicht wurde, können sich längst nicht alle mit der Strasse anfreunden.

Die Grünen wollten das Projekt ganz abblasen, weil das Flachmoor Werrikerriet beeinträchtigt und die Strasse durch bestes Kulturland geführt werde. Dem Langsamverkehr bringe die Strasse zudem überhaupt nichts, argumentierte Ornella Ferro (Uster). Fussgänger und Velofahrer würden trotzdem noch vor der Barriere Schlange stehen, weil sie nicht auf die Brücke dürften.

Die Grünliberalen wiederum forderten in einem Minderheitsantrag vergeblich eine neue Linienführung, welche die Natur mehr schonen sollte. Zudem sei die Verkehrsführung im Süden der Stadt keineswegs zu Ende gedacht. Die Ustermer Verkehrsprobleme würden nicht gelöst, sondern nur verschoben.

Auch innerhalb der SP gab es Gegner. Eine Minderheit der Fraktion wollte die Umfahrungsstrasse weiter südlich ansetzen, um wie die Grünen und die GLP auch die Natur zu schonen. Gegen die Bürgerlichen hatten die Gegner zahlenmässig aber keine Chance.

"Niemand ist richtig zufrieden"

Die FDP, die zusammen mit SVP, CVP, EVP, BDP und EDU für den Kredit stimmte, rechnet bereits jetzt damit, dass das umstrittene Projekt juristisch angefochten oder mit einem Referendum aufgehalten wird. "Dem sehen wir gelassen entgegen", sagte Max Clerici (Horgen).

Für EVP-Kantonsrat Markus Schaaf (Zell) ist "Uster West" ein Projekt, mit dem "viele Probleme gelöst werden können". Aber man dürfe sich nichts vormachen. "Es ist ein Kompromiss, mit dem niemand richtig zufrieden ist."