Urdorf
Stiftung Solvita: Rote Nasen finanzieren eine halbe Projektwoche

Mit dem Erlös aus dem Verkauf der roten Nasen vom Schlierefäscht veranstaltet die Stiftung Solvita eine Projektwoche für ihre Bewohner. Heute war der Startschuss.

Alex Rudolf
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Projektwoche Urdorf
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Der Startschuss: Dank des Erlöses aus dem Verkauf der roten Nasen anlässlich des Schlierefäschts 2015 können die Beeinträchtigten der Stiftung Solvita nun an einer Projektwoche teilnehmen. Diese steht unter dem Thema: Tierwelt.
Der Startschuss: Dank des Erlöses aus dem Verkauf der roten Nasen anlässlich des Schlierefäschts 2015 können die Beeinträchtigten der Stiftung Solvita nun an einer Projektwoche teilnehmen. Diese steht unter dem Thema: Tierwelt.
Der Startschuss: Dank des Erlöses aus dem Verkauf der roten Nasen anlässlich des Schlierefäschts 2015 können die Beeinträchtigten der Stiftung Solvita nun an einer Projektwoche teilnehmen. Diese steht unter dem Thema: Tierwelt.

Projektwoche Urdorf

Alex Rudolf

«Probier’s mal mit Gemütlichkeit» dröhnt vor dem Eingang des Solvita-Wohnheims in Urdorf aus den Lautsprechern. Mit dem Lied aus dem Disney-Film «Das Dschungelbuch» breitet sich eine fröhliche Stimmung aus. Die geistig beeinträchtigten Menschen und ihre Betreuer klatschen im Rhythmus in die Hände und feuern ihre Kollegen an, die mit geschwellter Brust und viel Gemütlichkeit aus der Eingangstür schreiten. Ihre eigens kreierten Team-Flaggen halten sie dabei fest in den Händen. Darauf sind Tiere – das Motto der Solvita-Projektwoche – in allen Formen und Farben abgebildet. Der Wind schlägt einigen Fahnenträgern ein Schnippchen und bläst hin und wieder ein Stoffquadrat zu Boden. Helfende Hände sind schnell gefunden. Zum Start der diesjährigen Projektwoche werden die kleinen Flaggen an einem Pfahl befestigt, der anschliessend vor dem Eingangsbereich aufgestellt wird.

22 000 Franken von den Nasen

Diese Projektwoche der Solvita-Standorte Urdorf und Götschihof in Aeugstertal wird mit den Geldern aus dem Verkauf der roten Nasen, der im Rahmen des letztjährigen Schlierefäschts durchgeführt wurde, mitfinanziert. Dabei ist eine stolze Summe zusammengekommen: 22 000 Franken steuert das Organisationskomitee von «Schliere lacht» an die Tagesausflüge der Projektwoche bei. Das Stadtfest fand im vergangenen September statt und bot während zehn Tagen verschiedene Darbietungen für die Schlieremer Bevölkerung. Für fünf Franken konnten die Besucher damals eine rote Clown-Nase erwerben.

Um für alle Kosten dieser Projektwoche aufzukommen, reichte der Erlös jedoch nicht ganz aus. Denn solche Spezialwochen schlagen laut dem stellvertretenden Leiter, Markus Feil, für einen Betrieb in der Grösse der Stiftung Solvita mit rund 40 000 Franken zu Buche. Dies ist bereits die vierte Ausführung einer solchen Projektwoche. «Die Kosten werden aber jeweils nicht von der öffentlichen Hand übernommen, sondern von privaten Spendern», fügt Martin Ritter, Geschäftsführer der Stiftung Solvita, an. Für die Bewohner und Angestellten der geschützten Werkstätte ist es das Highlight des Jahres: «Bereits seit Wochen sind die verschiedenen Ausflüge das Gesprächsthema schlechthin», so Ritter. Für die geistig Beeinträchtigten sei es etwas ganz Spezielles. «Für sie sind das Ferien und sie stehen während dieser Woche im Mittelpunkt.» Rund 100 Angestellte der Solvita sorgen für einen reibungslosen Ablauf.

Grosses kommt zu Beginn

Die rund 80 beeinträchtigten Menschen jeden Alters haben die Qual der Wahl bezüglich der Aktivitäten: Für Bräteln im Wildnispark Langenberg bis hin zum Lamatrekking konnten sich die Bewohner für maximal vier Tagestrips anmelden. Wer lieber nur einen halben Tag unterwegs ist, der nimmt an einer Kutschenfahrt, einer Geschichtenstunde oder am Malnachmittag teil. «Wir haben bei der Planung darauf geachtet, dass die grössten, anstrengendesten Ausflüge eher Anfang Woche stattfinden», sagt Feil, der für die Organisation verantwortlich ist. So würden die Beeinträchtigen derart viele neue Reize erfahren, dass sie sehr schnell erschöpft seien. «Ende Woche werden unsere Bewohner und Betreuten sicherlich sehr zufrieden, aber auch sehr müde sein.»

Dabei findet am kommenden Freitag eines der Highlights statt: An der feierlichen Vernissage werden die Bilder des Malnachmittags – als Sujets werden natürlich Tiere dienen – erstmals gezeigt. Ein kleiner Zirkus unterhält die Bewohner und das Organisationskomitee serviert den Solvita-Bewohnern im Rahmen einer Gala das Abendessen – als Tiere des Urwalds verkleidet. «Wir machen uns für die Bewohner und Werkstattangestellten zum Affen», sagt Feil lachend.

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