Steiler Aufstieg in Andermatt

Die Aktie von Tourismus-Investor Samih Sawiris gewann in einer Woche über 10 Prozent. Bei Clariant beginnt die Musik erst nach dem Jahresabschluss zu spielen. – Zurich schlug den SMI um Längen. – 100 Prozent auf einst wertlose Optionen der UBS gewonnen.

François Bloch
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Illustration: Marco Ratschiller

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Schweiz am Wochenende

Als spekulative Kaufempfehlung betrachtete ich die Aktien der Orascom Development Holding von Samih Sawiris, und nach diesem Grundsatz würde ich auch jetzt handeln: +10,3% innerhalb Wochenfrist. Höchste Zeit, die Gewinne ins Unterland zu bringen: Die Andermatter Erfolgsgeschichte schaffte es sogar in die Spalten der ehrwürdigen «New York Times». Durchzogen läuft die Feriendestination Ägypten – keine Höchstpreise wie für den puren alpinen Lifestyle. Netter Discount für die russische Mittelschicht, um die Hotels an den wunderbaren Sandstränden zu füllen. (Gewinnen mit Sawiris)
> Zackig nach oben ging es mit der letztwöchigen Empfehlung für den Basler Chemiewert Clariant: +4,1%. Jetzt nicht loslassen, hier beginnt die Musik nach dem Jahresabschluss 2013 am 19. Februar 2014 erst richtig zu spielen. Setzen Sie auf den deutschen CEO Hariolf Kottmann. Und als kleines Geheimnis: Er steht auf der Beobachtungsliste deutscher Grosskonzerne, die den smarten Manager mit einer guten Transfersumme vom Rheinknie abwerben möchten. (Halten)
> Wieder einmal einen Sieg konnte ich gegen das publizistische Rollkommando verbuchen, das sich nicht sehr positiv in Sachen Kaufempfehlung Zürich Versicherung ausdrückte. Nun, die Fakten sprechen für sich: +4,9% seit Jahresanfang, während der Swiss Market Index nur um weniger als die Hälfte anstieg. Jetzt, wo die hohe Dividendenausschüttung mehr oder wenig sicher garantiert ist, werden meine Leser und Leserinnen noch viel Wonne mit dem Unternehmen erleben. (Halten)
> Weiterhin eine sichere Bank ist die Basler Roche. Ich kann mich nur wiederholen, Severin Schwan in seiner Funktion als CEO ist eine Granate. Wetten, dass er in Bälde erste Rauchzeichen aussendet, dass die Dividendenrendite nochmals erhöht wird? (halten). Offen gesagt, bei der Konkurrenz auf der anderen Rheinseite, bei Novartis, scheint momentan die Luft raus zu sein. Einzig bei der Dividendenrendite ist der ehemalige US-College-Spitzenschwimmer Joe Jimenez als CEO eine Armlänge voraus. (Leider nur Nummer 2 im Basler Pharmawettrennen)
> Hallo, Superhirn! Wer sind Sie? Sie haben innerhalb von 11 Tagen stolze 100% auf damals wertlose UBS-Optionen gewonnen. Sie müssen ein Alleswisser sein! Ich bin überzeugt, Sie lesen wöchentlich diese Zeilen. Ihr goldrichtiges Timing in Sachen Optionen war sensationell. Jetzt, wo wir bei 18.75 Franken in der UBS liegen, ist das mathematische Kursziel von 18.17 Franken, das sich aus der Optionsprämie bemisst, ein Etappenziel vor dem grossen Jackpot. Ohne Firmenlenker Sergio Ermotti wäre Ihr Totalerfolg nicht möglich gewesen: Er überzeugt, und seine Personalentscheide haben sich in der Retrospektive als ausgezeichnet erwiesen.
Doch aufgepasst, wir bereiten uns auf die nächsten UBS-Quartalszahlen am 6. Mai 2014 vor. Dabei, glaube ich, können wir dank dem Superhirn den Nobelpreis in Wirtschaftsfragen ad absurdum führen, welcher besagt, «dass die Effizienzmarkthypothese davon ausgeht, dass alle Marktteilnehmer – also Käufer ebenso wie Verkäufer – vollständig rational und auf der Basis gleicher Informationen agieren und die Summe dieser Informationen jederzeit bereits in den Kursen verarbeitet ist. Demnach wäre kein Teilnehmer in der Lage, den Markt auf Dauer zu schlagen» (aus Wikipedia).
Keine Sorge, outen müssen Sie sich nicht, das wäre regelrecht uncool. Ich meine, bei einem Volumensprung des 17,8-fachen zwischen dem Freitag, dem zweitletzten Handelstag, und dem Vortrag zur Bekanntgabe des UBS-Jahresabschlusses, ist es eigentlich sensationell und verwegen, auf eine damals wertlose Option zu setzen (also kein innerer Wert, nur Hoffnung). Und weil mich der journalistische Eifer gepackt hat, wurde auch noch die UBS-Option mit Ausübungspreis 18 Franken, Verfall März 2014, untersucht. Und siehe da: Volumensprung mal 7 für eine noch wertlosere Option. Hier wurde per Milchbüchleinrechnung 18.46 Franken bezahlt. Als Gedankenstütze: Der UBS-Schlussstand betrug an dem Tag 17.46 Franken.
Unser Experte hat sich verpflichtet, in keinem der besprochenen Titel aktiv zu sein. Wer die Börsentipps aus dieser Kolumne umsetzt, tut dies auf eigenes Risiko. Die «Schweiz am Sonntag» übernimmt keine Verantwortung.
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