Euphorie
Steigen die Frauen des HC Dietikon-Urdorf auf, soll der Trainer Haare lassen

Olivia Yagura hat vieles erlebt in ihrer Laufbahn, stieg mit Amicitia in die NLA auf (2008) und stand im Final 4 um den Cupsieg (2009). Am Sonntag geht es mit Dietikon-Urdorf um den Aufstieg in die 1. Liga – der ist aber eine Herzensangelenheit.

Raphael Biermayr
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Olivia Yagura (im Abschluss) kehte nach neun Jahren zurück zum HCDU.

Olivia Yagura (im Abschluss) kehte nach neun Jahren zurück zum HCDU.

Otto Lüscher

Die Urdorferin Olivia Yagura spielte bis 2005 für den HCDU. In ihrer letzten Saison damals stieg sie mit ihrem Verein in die 2. Liga ab. Neun Jahre später kehrte sie zurück, um den Wiederaufstieg zu feiern. «Es ist, als wäre dazwischen keine Zeit vergangen», sagt die Flügelspielerin und Teamtopskorerin, «im HCDU herrscht noch immer ein Verhältnis wie in einer Familie.»

Marco «Wytti» Wyttenbach (ganz links, hinten) soll geschoren werden.

Marco «Wytti» Wyttenbach (ganz links, hinten) soll geschoren werden.

zVg

Yagura hat bei einigen Teamkolleginnen aus vergangenen Zeiten bei Amicitia und Wohlen erfolgreich mit diesem Argument geworben. Martina Decker, Sara Kijewski, Jasmin Burkhalter, Manuela Strebel und Andrea Rieder haben alle mindestens in der NLB (respektive der SPL2) gespielt.

Mit Rieder wohnt die Halb-Japanerin Yagura in Altstetten zusammen. Die Dritte in dieser Handball-WG ist Franziska Drack vom TV Uster (SPL2). Die habe gegenüber Yagura bereits ihr Interesse signalisiert, im Fall eines Aufstiegs des HCDU ins Limmattal zu wechseln.

Das eigene Team als Überraschung

Bis dahin braucht es am Sonntag in Langenthal voraussichtlich einen hohen Sieg. Yagura tut sich schwer, die gegnerischen Teams von Crissier II und der SG Aargau West einzuschätzen. «Es sind Wundertüten», sagt sie – und setzt darauf, dass auch die eigene Mannschaft als solche gilt. Deshalb hütet sie sich, öffentlich etwas zu den Stärken und Schwächen des Teams zu sagen.

Ein Aufsteiger mehr

Die 1. Liga der Frauen wird auf die Saison 2016/17 hin von heute 12 auf 18 Teams aufgestockt. Schon in der laufenden Spielzeit steigt ein Team weniger ab sowie eines aus der 2. Liga mehr auf (vier statt drei). Davon kann der HC Dietikon-Urdorf profitieren in der Aufstiegsrunde am Sonntag in Langenthal (SPZ Hard). Er trifft in einer Dreierpoule auf die SG Aargau West (11 Uhr) und Crissier II (14 Uhr), zwei davon steigen auf. Wegen der hohen Belastung an nur einem Tag dauern die Matches nur je 44 Minuten. In der anderen Gruppe stehen sich Langenthal, Leimental, Arbon und die SG Ruswil gegenüber. Der HCDU hat einen Fancar organisiert, für den man sich auf der Vereinshomepage anmelden kann.

Die Limmattalerinnen, die bereits den Regionalcup gewonnen haben, überlassen nichts dem Zufall, um den Aufstieg in die Tat umzusetzen. Sie haben in letzter Zeit Mentaltraining genommen und reisen darüber hinaus bereits heute an, um sich anzugewöhnen.

Yagura ist sogar als ehemalige NLA-Spielerin begeistert von den Möglichkeiten, die der Verein der Equipe bietet. Es ist ein klares Bekenntnis: Der HCDU will ebenso starke Frauen wie Männer. Die sind bereits in die 1. Liga zurückgekehrt und gewannen den Regionalcup ebenfalls.

Der HCDU als Anziehungspunkt?

Die Stärkung der Frauen erscheint weitsichtig: Bei ihnen gibt es lediglich eine 1.-Liga-Gruppe schweizweit. Dietikon-Urdorf stellte im Falle der Promotion das einzige Team in dieser Spielklasse aus dem Grossraum der Stadt Zürich und wäre damit eine attraktive Adresse für eine Vielzahl an Spielerinnen. Die lebhafte Yagura bleibt bis auf Weiteres Teil der Equipe. Schliesslich geht es für die Angestellte des Zürcher Sportamts um eine Herzensangelegenheit.

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