Bettenhausen
Staubige Stiefel und weite Röcke in Bettenhausen

Die 23. Country- Night auf der Horse Ranch in Bettenhausen bot - auch dank der 100 freiwilligen Helfer - Westernambiente, Lagerfeuer-Romantik und viel gute Countrymusik.

Brigitte Meier
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Country-Night Bettenhausen
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Country-Night Bettenhausen

az Langenthaler Tagblatt

Unter dem sternenklaren Himmel sitzen Alt und Jung am Lagerfeuer, geniessen einen «Altache-Coffee» aus einer Blechtasse, als drinnen der Johnny Cash-Klassiker «Ring of fire» ertönt. Mit diesem Song eröffnet die texanische Sängerin Kim Carson ihr Konzert. Die Honky-Tonk-Lady überzeugt mit ausdrucksvoller Stimme und zieht mit ihrem ultrakurzen Kleid viele (Männer-)Blicke auf sich.

Für Bettenhausen und Bollodingen bedeutet die Country-Night den Höhepunkt des Jahres. Das zweitägige Festival findet in der Horse Ranch von Landwirt Paul Gygax mitten in Bettenhausen statt. Doch heutzutage kommen die meisten Cowboys und Cowgirls nicht hoch zu Pferd, sondern per Auto oder auf dem Drahtesel wie Ursula Spahr: «Den brauche ich nicht festzubinden», lacht die begeisterte Line-Dancerin, die von Niederönz nach Bettenhausen radelt und schon eingewärmt ist, als die Schweizer Country-Band «Black Hawks» spielt. Auf der immer vollen Tanzfläche wird bis weit nach Mitternacht getanzt: Hut an Hut und Rücken an Rücken.

Die sommerlichen Temperaturen laden dazu ein, durch das Westerndorf zu schlendern. Viele Besucher tragen stilechte Westernkleidung; die Damen weite Röcke und die Herren breitkrempige Hüte und Ledergilets. Staubige Stiefel stören hier keinen. «Dusty Boots» heisst auch die unkonventionelle Countryband aus dem Muotatal.

Originalität und Herzblut

Neben der Liebe zur Musik wird auf eine originelle Ausstattung mit vielen Details geachtet. So wurde dieses Jahr ein Kirchlein unter dem Dach eingebaut und vor jedem Konzert bimmelt die Glocke.

OK-Präsident Andreas Rhyn und seine Frau Maria verfügen über ein eingespieltes Team und rund 100 freiwillige Helfer. Motiviert wird Rhyn durch die einzigartige, friedliche Stimmung. Er zeigt auf ein Tipi im Indianerdorf, wo eine Familie übernachtet, während Gäste, die aus dem Elsass angereist sind, campieren. Viele Einheimische geniessen den Anlass vor allem wegen des Zusammenseins. «Unser treues Stammpublikum schätzt das Programm mit erstklassigen Bands aus dem In- und Ausland», betont Andreas Rhyn. Für all jene, die traditionelle Countrymusik mögen, sind die «Gasoliners» ein sicherer Wert. Ihr Gitarrist Bodo Neumeister erhält zu seinem 42. Geburtstag nicht nur ein Ständchen aus 400 Kehlen, sondern auch einen Kuchen. Das unterstreicht die persönliche Ambiance der Country-Night.